Episoden


Foto: Ana Freitas

Revoltierende Masse

Eine Bewegung von Stimmen des Südens


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Neo Muyanga spricht über das Projekt Revoltierende Masse.

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Protestlieder sind in vielen Ländern des Südens eine eigene Gattung und haben vor allem vor dem Hintergrund der Kolonialisierung eine lange Tradition.

Bei der Episode Revoltierende Masse geht es darum, sich durch offene Proben, Konzerte und Vorträge der Kunst und der Musik des Protestes in den Ländern des Südens anzunähern und sie zu hinterfragen. Welche Ästhetik hat sich ausgehend von den Protesten entwickelt? Welche Musikstile und Gestaltungsformen sind entstanden, wenn sich Musik und Poesie dem Protest annähern? Welche Parallelen können zwischen dem globalen Szenario und dem Süden ausgemacht werden? Welche Symbole und Schlagwörter sensibilisieren uns?
Angeführt wurde diese Episode durch den südafrikanischen Musiker und Forscher Neo Muyanga, der eine Studie zum Thema in den Städten Johannesburg, São Paulo und Montevideo durchführte und Gemeinsamkeiten zwischen den Künstlern und dem musikalischen Aktivismus in diesen drei Städten aufgezeigt hat.
Angeführt wird diese Episode, die sich aus zwei Ausgaben an verschiedenen Orten in São Paulo zusammensetzt, durch den südafrikanischen Musiker und Forscher Neo Muyanga, der eine Studie zum Thema in den Städten Johannesburg, São Paulo und Montevideo durchführte und Gemeinsamkeiten zwischen den Künstlern und dem musikalischen Aktivismus in diesen Städten aufgezeigt hat.

Die Episode Revoltierende Masse Vol. 1 startete mit einer Begegnung in der Casa do Povo [Volkshaus], wo der Künstler Amilcar Packer bei einer weiteren Auflage des gastronomischen Events Doris Criolla ein Menü zubereitet und Neo Muyanga dazu einlädt, das Abendessen musikalisch zu begleiten. Später fanden im Goethe-Institut offene Proben und Workshops mit dem nigerianischen Soundkünstler Emeka Ogboh und Gespräche mit Musikern in Buenos Aires und Montevideo statt, die im Internet in Echtzeit verfolgt werden konnten. Außerdem gab es Jamsessions mit Musikern, Komponisten und Aktivisten im Sinne eines Erfahrungs- und Wissensaustausches. Während des Abschlusskonzerts, welches Teil der Großaktion A Batata precisa de você [Die Batata – Platz in São Paulo – braucht dich] ist, wurden die musikalischen und künstlerischen Ergebnisse des Workshops mit Ogboh auf dem Largo da Batata präsentiert, und so der Proteste gedacht, die vor zwei Jahren auf Brasiliens Straßen losbrachen.

Bei der Episode Revoltierende Masse Vol. 2 versammelte ein musikalisches Residenzprogramm auf der Ilha do Bororé Künstler wie Giovani di Ganzá, Karina Buhr, Xênia Franca, Mano Money's und Lello di Sarno. Dabei wurden die freie Produktion, die Komposition und die Förderung eines Zusammenspiels von unterschiedlichen Klängen angeregt. Ergebnisse dieser Begegnung waren ein musikalischer Abend und eine Jamsession unter Beteiligung der portugiesischen Autorin Grada Kilomba, die auch Performances realisierte und Gespräche über die Themen Gender, Rasse, Trauma und Erinnerung führte. Außerdem waren die Auftritte des Musikers und Kurators beider Ausgaben der Episode Revoltierende Masse, Neo Muyanga, Teil des Festivals. Sein Konzert REvolting Music - Verzeichnis der Protestlieder, die Südafrika befreiten, das er während des Internationalen Theaterfestivals von São Paulo (MITsp) gegeben hat, setzt sich aus Protestliedern und deren Elementen der Revolte und Rebellion zusammen. Diese sind politisch stark engagiert und reichen bis hin zur zeitgenössischen romantischen Musik, die gekennzeichnet ist, durch melodische Elemente, die einen Klang erzeugen, der befreiend und ansteckend zugleich ist.






Di Ganzá

Musiker

São Paulo

Der Musiker aus der Stadt São Paulo arbeitet professionell an der Komposition von Soundtracks für Theatergruppen, die sich im Rahmen der Klangerforschung den unterschiedlichen Konstruktionen der Afro-brasilianischen Musikalität widmen. Arbeiten, die alle gemeinsam haben, dass sie kulturell mit Widerstand und mit dem Durchbrechen von Grenzen verbunden sind.


Rafael Gomes (Mano Money's)

Musiker, Sozialpädagoge und Kulturschaffender

São Paulo

Seit 2007 Texter von Rap-Musik. Unter dem Pseudonym Mano Money’s ist er hauptsächlich im Bezirk Grajaú aktiv (Südzone von São Paulo). War über die Projekte „selo do burro“ und „Projeto Transformações“ an Buchveröffentlichungen beteiligt.


Neo Muyanga

Musiker und Komponist

Südafrika

Neo Muyanga arbeitet als Dirigent und tourt mit verschiedenen Produktionen der Royal Shakespeare Company, Handspring Puppet Company, Paco Pena's Flamenco Ensemble und Produktionen von William Kentridge. Als „Composer in Residence“ am Wits Institute for Social and Economic Research (WISER) an der Witwatersrand Universität, Südafrika, und dem Humanities Research Institute (HRI) an der University of California, forscht er zu Ästhetik und beschäftigt sich mit der schwarzen Oper.

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Neo Muyanga spricht über das Projekt Episoden des Südens.



Érica Navarro

Cellistin und Komponistin

Brasilien

Ihre Arbeiten reichen von der brasilianischen Instrumentalmusik über die Música Popular bis hin zur experimentellen Musik. Sie hat an der Universität von São Paulo (USP) Musik studiert und engagiert sich am Zentrum für kinematografischen Tanz, in der Gruppe Esparrama, der Kompanie der Unruhigen, dem Sinfonietta-Orchester Tucca Fortíssima – Schüler des Dirigenten und dem Jugendorchester des Bundesstaates São Paulo. Sie ist bereits im zweiten Jahr in Folge Teil der Episode Revoltierende Masse.


Ilú Oba De Min

Afro-Gruppe

Brasilien

Die Arbeit der Gruppe wird von der Kunsterzieherin und Musikerin Beth Beli koordiniert, die seit mehr als 20 Jahren über afrikanische und afro-brasilianische Kulturformen forscht, mit dem Ziel Frauen, Kinder und Jugendliche in die Kunst einzuführen sowie die afrikanischen Beiträge und Einflüsse auf die brasilianische Kultur zu ergründen.


Karina Buhr

Musikerin, Schriftstellerin, Illustratorin

Brasilien

Als Sängerin und Perkussionistin veröffentlichte sie die Alben „Selvática” (2015), „Longe de Onde” (2011) und „Eu Menti para Você” (2010). 2015 debütierte sie als Schriftstellerin mit Desperdiçando Rima (Rocco), einem Buch mit Gedichten, „Crônicas“ und Illustrationen.


Xênia França

Sängerin

Brasilien

Xênia França stammt aus Bahia, lebt in São Paulo und wurde mit ihrer Band Aláfia bekannt. Im Juli 2016 erschienen als Ankündigung ihrer ersten Platte die Single und das Musikvideo „Breu”.


Lello di Sarno

Musiker

Brasilien

Aus einer Musikerfamilie stammend, graduierte Lello di Sarno an der Kunstfakultät Alcântara Machado und gründete die Gruppe „Unidos de Vai Como Pode“. 2015 veröffentlichte er seine erste Platte: „O Samba Bandido de Lello Di Sarno”.


Ras Davi

Musiker und Produzent

Brasilien

Geboren 1991 lernte er fast alles auf der Straße. Im Kulturbereich in der Hip-Hop-Bewegung der Außenbezirke São Paulos tätig und als Kulturproduzent im Süden São Paulos.


Grada Kilomba

Schriftstellerin, Theoretikerin und Künstlerin

Portugal/Deutschland

Ihre künstlerische Produktion bedient sich der unterschiedlichsten Formate und Register, wie Publikationen, inszenierte Lesungen, performatorische Vorträge, Videoinstallationen und theoretische Texte. Teilnehmerin der 32. Biennale von São Paulo sowie der Künstlerresidenz Vila Sul.


Imargem

Kunstkollektiv

Brasilien

Multidisziplinäre Initiative, gegründet 2006 im Distrikt Grajaú an den Ufern des Billings-Stausees am südlichen Rand von São Paulo, will einen sorgsamen Blick auf die besiedelte Landschaft der Peripherie anregen.

Realisierung: Goethe-Institut
Partner: Casa do Povo | MITsp - Mostra Internacional de Teatro de São Paulo | Casa Ecoativa