Episoden


Bildrecht: Brooklyn Museum CC BY 3.0

Konversation mit Objekten

Kunstgeschichte und materielle Kultur


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Claudia Mattos spricht über das Projekt Konversation mit Objekten.

Die Diskursfähigkeit und die soziale Wirkung von Objekten geraten immer stärker in den Fokus der Geisteswissenschaft. Die Anthropologen Alfred Gell und Bruno Latour haben, jeder auf seine Weise, die aktive Rolle hervorgehoben, die Dinge in ihrer Interaktion mit den Menschen und anderen Lebewesen erlangen und sie damit zum Bestandteil des Netzwerkes von sozialen Beziehungen gemacht.
Die Konfrontation mit der Materialität des Objekts schafft eine günstige Ausgangssituation, um den gegenwärtigen Diskurs, vor allem auf dem Gebiet der Kunstgeschichte, zu hinterfragen und die Beziehungen, die wir zu den Dingen pflegen, genau zu untersuchen.
In diesem Kontext soll die Subjekt-Objekt-Polarität neu überdacht werden.

Ausgehend von der Voraussetzung, dass Gegenstände genauso wie Menschen soziale Aktanten sind, möchte die Veranstaltungsreihe Konversation mit Objekten Dialoge mit diesen Dingen führen, die sich gegenüber dem Universum in einem Spannungsverhältnis befinden, welches wir „Kunst“ nennen.

Auf der Konferenz sind Experten unterschiedlicher Fachrichtungen und an materieller Kultur Interessierte dazu eingeladen, mit einem Objekt zu „sprechen“, das sich unter den Teilnehmern befindet. Die Konfrontation mit der Materialität des Objekts schafft eine günstige Ausgangssituation, um den gegenwärtigen Diskurs, vor allem auf dem Gebiet der Kunstgeschichte, zu hinterfragen und die Beziehungen, die wir zu den Dingen pflegen, genau zu untersuchen. Dabei wird vor allem der nicht-europäischen Perspektive auf die Geschichte der Kunst Raum gegeben.




Konversation mit Objekten (Afro Brasil Museum, São Paulo)



Konversation mit Objekten (Konferenz in Belém)



Konversation mit Objekten (Konferenz in Rio de Janeiro)










Gabi Ngcobo

Kuratorin und Künstlerin

Südafrika

Ngcobo ist eine der Mitgründerinnen der kollaborativen Plattform Center for Historical Reenactments (CHR) und Fakultätsmitglied der Wits University School of Arts. Sie wird zum Team der Kuratoren der 32. Biennale von São Paulo 2016 gehören und ist eine der Teilnehmerinnen am Projekt Museale Episode.


Amy Buono

Kunsthistorikerin

USA / Brasilien

Amy Buono promovierte in Architektur und Kunstgeschichte an der University of California in Santa Barbara. Zurzeit arbeitet sie an einem Buch mit dem Titel Encarcerados: os artefatos afrobrasileiros no Museu da Polícia Civil do Rio de Janeiro [Eingesperrt: Afrobrasilianische Artefakte im Museum der Zivilpolizei von Rio de Janeiro], in dem sie die visuelle Kultur des Verbrechens und der Kriminalität in der Stadt im 19. und 20. Jahrhundert behandelt, wie sie sich in den pädagogischen und wissenschaftlichen Kreisen manifestierte. Sie ist ein der Teilnehmerinnen an der Episode Observatorium des Südens.


Pablo Lafuente

Schriftsteller, Forscher und Kurator

Brasilien

Lafuente stieß 2014 zum Kuratorenteam der 31. Kunstbiennale von São Paulo. Zuvor war er Herausgeber des Afterall Journal und der Exhibition Histories Series (Verlag Afterall) sowie Dozent am Central Saint Martins College of Art and Design in London. Von 2008 bis 2013 war er Ko-Kurator des Büros für zeitgenössische Kunst in Oslo, Norwegen. Lafuente ist einer der Teilnehmer am Projekt Museale Episode.


Alexandre Romariz Sequeira

Bildender Künstler und Fotograf

Brasilien

Nascido em 1961 em Belém, é mestre em Arte e Tecnologia pela UFMG, doutorando em Arte pela mesma instituição e professor do Instituto de Ciências da Arte da UFPA. Desenvolve trabalhos que estabelecem relações entre fotografia e alteriadade social, tendo participado de encontros seminários e exposições no Brasil e exterior.


Marcelo Rezende

Kurator

Brasilien

Marcelo Rezende ist Direktor des Museu de Arte Moderna da Bahia (MAM-BA) und Gastgeber des ersten Treffens der Musealen Episode. Neben seiner Funktion im MAM arbeitet er auch als Autor, Kritiker und Kurator. Im Jahre 2014 war er Chefkurator der 3. Biennale von Bahia.


Bruno Moreschi

Künstler und Forscher

Brasilien

Promoviert nach einem Aufenthalt an der Kunstuniversität Helsinki an der Unicamp in visueller Kunst. Seine 2016 realisierte Untersuchung über offizielle Diskurse in kunsthistorischen Büchern wurde von Rumos Itaú Cultural ausgezeichnet.


Omar Ribeiro Thomaz

Anthropologe

Brasilien

Professor am Fachbereich für Anthropologie sowie der Postgraduiertenprogramme in Sozialanthropologie und Geschichte der Unicamp. Hauptschwerpunkt seiner Forschung sind der Süden Mosambiks und Haiti.


Ricardo Basbaum

Künstler und Schriftsteller

Brasilien

Dozent am Kunstinstitut der Universität des Bundesstaats Rio de Janeiro. Teilnehmer der 20. Biennale von Sydney (2006) sowie der documenta 12 (2007). Autor des „Manual do artista-etc” (Dt. etwa: Handbuch des Künstlers-usw.; Azougue, 2013).


Roberto Conduru

Dozent

Brasilien

Dozent für Kunstgeschichte und -theorie an der Universität des Bundesstaats Rio de Janeiro, Kurator von „África Aqui Agora“ (Sesc Qutandinha, 2015) und „Incorporation – Contemporary Afro-Brazilian Art“ (Central for Contemporary Art, 2011).


Thierry Dufrêne

Dozent und Kurator

Frankreich

Dozent für Kunstgeschichte an der Universität Nanterre, war als stellvertretender Generaldirektor des Nationalen Instituts für Kunstgeschichte (INHA) verantwortlich für dessen internationale Beziehungen.


Éder Oliveira

Künstler

Brasilien

Absolvent der Kunstpädagogik und der Bildenden Kunst der Bundesuniversität Pará, als Maler spezialisiert auf Porträts der Menschen der Amazonasregion. 2014 Teilnehmer der 31. Biennale von São Paulo.


Nelson Sanjad

Historiker

Brasilien

Doktor der Geschichte der Wissenschaften und der Gesundheit an der Fundação Oswaldo Cruz mit Postgraduiertenstudien am Naturhistorischen Museum der Bürgergemeinde Bern. Forscht am Museu Paraense Emílio Goeldi / MCTI.


Ayrson Heráclito

Visueller Künstler, Kurator und Dozent

Brasilien

Dozent an der Universidade Federal do Recôncavo da Bahia, als Künstler vertreten im Museum der Weltkulturen in Frankfurt am Main, im Museu de Arte do Rio, im Museu de Arte Moderna da Bahia, sowie bei Videobrasil. War Chefkurator der 3. Biennale von Bahia.


Juliana Bevilacqua

Historikerin

Brasilien

Doktorin für Sozialgeschichte an der Universität São Paulo und Autorin des Buchs Homens de Ferro. Mitglied des Arts Council of the African Studies Association. Arbeitete als Kunstpädagogin und Forscherin am Museu Afro Brasil.


Michal Helfman

Künstler

Israel

Dozent an der Bezalel Academy of Art and Design. Multidisziplinärer Künstler auf Gebieten wir Bildhauerei, Architektur, Video und Zeichnung.


Claudia Mattos

Professorin, Psychologin und Kunsthistorikerin

Brasilien

Lehrt an der Universität des Bundesstaates Campinas (Unicamp) und leitet das von der Getty-Stiftung Los Angeles finanzierte Projekt Expanding Art History: Teaching Non-European Art at Unicamp.


Juana Paillalef C.

Museumdirektorin

Bolivien

Paillalef C., Mapuche-Mutter und Großmutter, stammt aus dem Gebiet Maquehue, Región de la Araucanía, der heute Comuna de Padre las Casas heißt. Sie absolvierte einen Master in Interkultureller Bildung an der Universidad San Simón in Cochabamba, Bolivien. Danach übernahm sie die Leitung des Museo Mapuche de Cañete (MMC), in dem sie mit Museumskundespezialisten etwa zum Thema der Mapuche zusammenarbeitet. Es ist ihr gelungen, bei der Modernisierung und Entkolonisierung des MMC die konkrete Geschichte des indigenen Territoriums neu zu interpretieren.


Pablo Lafuente

Kurator

Brasilien

Lafuente stieß 2014 zum Kuratorenteams der 31. Biennale von São Paulo. Zuvor war er Herausgeber des Afterall Journal und der Exhibition Histories Series (Verlag Afterall). Zurzeit lebt er in São Paulo und Porto Seguro, Brasilien, wo er Gastdozent an der Universidade Federal do Sul da Bahia ist. Von 2008 bis 2013 war er Co-Kurator des Office for Contemporary Art Norway in Oslo. Lafuente ist einer der Teilnehmer am Projekt Museale Episode, einem Bestandteil der Episoden des Südens.


Susana Torres

Kuratorin, Kunsthistorikerin

Peru

Torres ist Dozentin für den Studiengang Artdirektor an der Universidad Peruana de Ciencias Aplicadas (UPC). Sie studierte Kunstgeschichte an der Universidad Nacional Mayor de San Marcos, sowie Ästhetik und Kosmetologie in Toulouse und Modedesign in Lima. Torres hat sich bei ihrer Arbeit für Micromuseo auf die Konzeption und Kuratierung von Kunstausstellungen spezialisiert. Micromuseo ist ein Projekt alternativer Musealisierung, an dem sie auch selbst teilnimmt. Von ihren Arbeiten sticht ihr Museo Neo Inka hervor, eine alternative Sammlung von Alltags- und Konsumgegenständen, die auf das Inkaische Erbe in der Aktualität verweisen.


Patricia Von Buchwald Hanze​

Psychologin, Museumswissenschaftlerin

Ecuador

Von Buchwald Hanze hat an der Escuela de Bellas Artes Juan José Plaza in Guayaquil Kunst studiert. Sie leitete Museen und Kulturzentren in Quito und war Dozentin für Museumswissenschaft der Universidad Tecnológica Equinoccial und für Kunstgeschichte an der Universidad de las Américas. Danach studierte sie die traditionellen Wissenschaften und humanistische Psychologie und näherte sich persönlich den Traditionen der Urbevölkerung Amerikas an.

Konzipiert von: Claudia Mattos Avolese
Realisierung: Goethe-Institut São Paulo
Partner: Universidade Estadual de Campinas (Unicamp)