Episoden


Foto: Goethe-Institut São Paulo

Epistemisches Risiko: Bildung

Mit Intellektuellen und Künstlern aus Lateinamerika und Afrika

Lateinamerika erlebte in den vergangenen Jahren kritische Momente im Bildungsbereich, wie etwa Studentenproteste in Chile, neue Forderungen nach Universitäten in Ecuador, Erfahrungen mit indigenen Institutionen und Kenntnissen in der Andenregion oder Schulbesetzungen in Brasilien. Diese Erfahrungen bilden einen Kontrapunkt zu historischen Experimenten zum Verhältnis von Bildung und Gesellschaft, wie etwa die Universitätsreform von 1918 in Argentinien oder die Erfahrungen in der Volksbildung nach Freire. Die jüngsten Schüler- und Studentenproteste in Südafrika verweisen auf ähnliche Fragestellungen und Kritik, was einen intensiven Austausch zwischen den Regionen des Südatlantiks ermöglicht.

Wie hat sich das Projekt der Wissenspraxis entwickelt? Wie nützlich sind unsere Wissensinstitutionen und wie gerüstet sind sie für Antworten auf die drängenden Fragen der heutigen Welt? Welche erkenntnistheoretischen Experimente können eine neue Generation von Intellektuellen inspirieren und unsere Orientierung in der Erkenntnisarbeit verändern? Diese Fragen zu Kritik und Praxis heutiger Erkenntnislehre sind der Anlass zur Begegnung „Epistemisc Risc: Education“ vom 29. August bis zum 3. September zwischen Wissenschaftlern und Künstlern aus Südafrika und Brasilien.

Richtschnur sind hierbei die weltweiten Studenten- und Schülerproteste der vergangenen Jahre. „Epistemic Risc: Education“ ist eine Fortsetzung der auf Anregung des kamerunischen Philosophen Achille Mbembe und der Anthropologin Kelly Gillespie unter Beteiligung brasilianischer, nordamerikanischer und südafrikanischer Wissenschaftler 2014 in Brasilien durchgeführten „Summer Conversations: Archives of the Non-Racialism“.

Organisiert wird das Programm in São Paulo und umfasst sowohl Publikumsveranstaltung als auch geschlossene Veranstaltungen mit geladenen Gästen der unterschiedlichsten Formate: Besuche an öffentlichen Schulen, offene Diskussionen an Universitäten und Kulturinstitutionen in São Paulo sowie eine Jam-Session mit Protestmusikern.

TVT Bericht über das „Epistemische Risiko“, Teil 1 (Auf Portugiesisch)
TVT Bericht über das „Epistemische Risiko“, Teil 2 (Auf Portugiesisch)


Brian Kamanzi über das „Epistemische Risiko“, Teil 1 (auf Englisch)
Brian Kamanzi über das „Epistemische Risiko“, Teil 2 (auf Englisch)



Kelly Gillespie

Anthropologin

Südafrika

Kelly Gillespie ist Dozentin an der Abteilung für Anthropologie der Universität von Witwatersrand. Ihr Forschungsinteresse gilt den Themen Strafrecht, Rechtsanthropologie und den Auffassungen von Geschichte, Rasse und Sexualität in Südafrika. Ihre aktuelle Arbeit handelt von der intimen Gewalt und deren Widerhall in den Beziehungen von Öffentlichem und Privatem und bei Strafgerichtsverhandlungen. Kelly Gillespie ist Teilnehmerin der Episode Observatorium des Südens.


Neo Muyanga

Musiker und Komponist

Südafrika

Neo Muyanga arbeitet als Dirigent und tourt mit verschiedenen Produktionen der Royal Shakespeare Company, Handspring Puppet Company, Paco Pena's Flamenco Ensemble und Produktionen von William Kentridge. Als „Composer in Residence“ am Wits Institute for Social and Economic Research (WISER) an der Witwatersrand Universität, Südafrika, und dem Humanities Research Institute (HRI) an der University of California, forscht er zu Ästhetik und beschäftigt sich mit der schwarzen Oper.

Sie benötigen den Flashplayer , um dieses Video zu sehen
Neo Muyanga spricht über das Projekt Episoden des Südens.



Amilcar Packer

Fotograf, Künstler und Philosoph

Brasilien

Seine Video- und Fotoarbeiten untersuchen die Grenzen des Körpers und dessen Verhältnis zum Raum. Er koordiniert das P.A.C.A. (Programm für autonome Kulturaktionen) und wurde 2012 für den Pipa-Preis nominiert.

Sie benötigen den Flashplayer , um dieses Video zu sehen
Amilcar Packer spricht über das Projekt Episoden des Südens.



Suely Rolnik

Psychoanalytikerin, Kuratorin, Kunst- und Kulturkritikerin

Brasilien

Als Professorin an der PUC-SP koordiniert sie u.a. das Zentrum für Studien und Forschungen der Subjektivität.

Sie benötigen den Flashplayer , um dieses Video zu sehen
Suely Rolnik spricht über das Projekt Episoden des Südens.



Leigh-ann Naidoo

Forscherin und Aktivistin

Südafrika

Masterstudentin an der Wits School of Education mit dem Forschungsschwerpunkt auf der Herausbildung der südafrikanischen Studentenbewegung, sowie der Rolle des Bildungsbereichs beim Entstehen politischer Bewegungen.


Naadira Patel

Künstlerin, Illustratorin, Designerin

Südafrika

Master in Kulturanalyse der Amsterdam School for Cultural Analysis, Teilnehmerin an Residenzprogrammen in Teheran, Strasbourg und Dakar und anderen Städten. Ihre Arbeit befasst sich mit Glückstechnologie, Überwachung, Zensur und Simulation.


Zen Marie

Dozent und Künstler

Südafrika

Dozent der Abteilung für bildende Kunst der WITS School of Arts, Master der Amsterdam School of Cultural Analysis und derzeit beschäftigt mit einer Promotion in Philosophie an der Wits University.


Brian Kamanzi

Student und Aktivist

Südafrika

Masterstudent am Fachbereich für Elektroingenieurswesen der Universität Kapstadt. Schreibt über Pan-Afrikanismus, Bildung und Entkolonisierung. Mitglied der Bewegungen RhodesMustFall sowie FeesMustFall.


Hibist Kassa

Studentin und Aktivistin

Südafrika

Forscht über Gender, Bergbauarbeiter und deren Communities in Ghana und Südafrika. Mitglied der Arbeiterbewegung October 6 sowie von WoMIN, einer Organisation, die sich gegen den zerstörerischen Abbau von natürlichen Ressourcen in Uganda und Südafrika einsetzt.


Moshibudi Motimele

Studentin und Aktivistin

Südafrika

Doktorandin der Politikwissenschaften an der Wits University und Forscherin am TH!NK. Ihr Arbeit beschäftigt sich mit prekären Subjektivitäten, Liminalität, politischer Vermittlung und alternativen Begriffen des Politischen.


Rangoato Hlasane

Künstler, Schriftsteller und DJ

Südafrika

Mitbegründer der Keleketla!-Bibliothek sowie des jährlichen Molepo Dinaka/Kiba-Festivals. Master der Hochschule für Kunst, Design und Architektur der Universität Johannesburg und Dozent an der Wits School of Arts, sowie der Wits School of Education.


Thiago de Paula

Kurator

Brasilien

Masterstudent am Postgraduiertenprogramm für Geschichte der außereuropäischen Kunst der Unicamp. Ko-Kurator der Ausstellung „Living on | In Other Words on Living” an der Akademie der bildenden Künste Wien, gemeinsam mit Dela Isci .


Jota Mombaça

Essayist und Performer

Brasilien

Nicht-binär schwul, als dunkelhäutig rassialisiert, geboren und aufgewachsen im brasilianischen Nordosten, macht Performances und forscht über das Verhältnis von Monstrosität und Humanität, Queer Studies, Deskoloniales und anderes.


Michelle Mattiuzi

Performerin

Brasilien

Aus rassistischen Gründen emeritiert von der Bundesuniversität Bahia. Schwarz, Schriftstellerin, Performerin, auf indisziplinierte Weise mit Kunst befasst. Teilnehmerin der 32. Biennale von São Paulo im Rahmen der Werkstatt für politische Imagination.


Cassia Quezia

Schülerin

Brasilien

Oberschülerin, Aktivistin der Schwarzenbewegung, Schriftstellerin auf der Website Geledes und Mitglied des Kollektivs junger schwarzer Frauen gegen Rassismus und Sexismus.