Episoden


Foto: Goethe-Institut São Paulo

Episodes of the South – The other way around

In welchem Verhältnis stehen heute der globale Norden und der globale Süden zueinander? Wo hört der Norden auf und wo fängt der Süden an? Welche notwendigen Potentiale eröffnen sich durch Perspektivwechsel? Gibt es eine globale Geschichte? Wie erscheinen künstlerische, ökologische und soziale Zukunftsvisionen aus der Perspektive der südlichen Hemisphäre? Welche utopischen Konzepte entstehen in unterschiedlichen Denksystemen? Wie lässt sich ein notwendiges Wissen jenseits von Exotismus und Kolonialismus in der jeweils anderen Himmelsrichtung erfahrbar machen?

Mit den "Episoden des Südens" hat die Region Südamerika des Goethe Instituts eine vielschichtige Reihe aus Veranstaltungen entwickelt, die globale Sicht- und Denkweisen befragt, erfrischend neu vermischt und sich den globalen Ressourcen jenseits rein wirtschaftlicher Nutzbarmachung widmet.

Auf dieser Grundlage hat PACT Zollverein für die Ruhrtriennale mit "the other way around" eine perspektivreiche Welterkundung entwickelt, die hier direkt bei uns beginnt: In einem als Arena angeordneten Sitzarrangement ist das Publikum eingeladen, drei verschieden besetzte, kaleidoskopische Abende zu erleben, deren Höhepunkte ineinander fließen.

Ob die BesucherInnen mit bekannten Gästen über Objekte aus renommierten Museumssammlungen spekulieren und sie dabei zu neuem Leben erwecken, in Klangwelten eintauchen oder Zeugen einer gänzlich anderen Geschichtserzählung werden: vielschichtige Blickwechsel und spielerische Übersprünge sind beabsichtigt.



Claudia Mattos

Professorin, Psychologin und Kunsthistorikerin

Brasilien

Lehrt an der Universität des Bundesstaates Campinas (Unicamp) und leitet das von der Getty-Stiftung Los Angeles finanzierte Projekt Expanding Art History: Teaching Non-European Art at Unicamp.


Juana Paillalef Carinao

Museumdirektorin

Bolivien

Paillalef Carinao, Mapuche-Mutter und Großmutter, stammt aus dem Gebiet Maquehue, Región de la Araucanía, der heute Comuna de Padre las Casas heißt. Sie absolvierte einen Master in Interkultureller Bildung an der Universidad San Simón in Cochabamba, Bolivien. Danach übernahm sie die Leitung des Museo Mapuche de Cañete (MMC), in dem sie mit Museumskundespezialisten etwa zum Thema der Mapuche zusammenarbeitet. Es ist ihr gelungen, bei der Modernisierung und Entkolonisierung des MMC die konkrete Geschichte des indigenen Territoriums neu zu interpretieren.


Arnbjörg Maria Danielsen

Dramatikerin, Regisseurin und Produzentin

Island / Norwegen

Arnjörg Danielsen arbeitet mit zeitgenössischer Musik, Theater und Oper. Ihre interdisziplinäre Arbeit vereint Dramatik mit kuratorischen Ansätzen. Sie entwickelte interdisziplinäre Musiktheaterprojekte im Grenzbereich von zeitgenössischer und klassischer Musik, visueller Kunst, Literatur und historischer Forschung. In Reykjavik geboren, wuchs sie in Norwegen und Island auf und lebt in Berlin.


Christoph Bieber

Politikwissenschaftler

Deutschland

Übernahm 2011 die Professur für „Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft“ der Welker-Stiftung an der NRW School of Governance der Universität Duisburg-Essen. Er forscht und publiziert über Ethik und Verantwortung in der Politik, Transparenz und öffentliche Kommunikation sowie Demokratie und neuen Medien.


Johannes Ebert

Generalsekretär des Goethe-Instituts​

Deutschland

Johannes Ebert studierte Islamwissenschaften und Wissenschaftliche Politik in Freiburg und Damaskus und arbeitete anschließend als Journalist. Nach Stationen als Dozent am Goethe-Institut in Prien, Referent für Sprachkursarbeit am Goethe-Institut Riga und stellvertretender Leiter der Öffentlichkeitsarbeit in der Münchner Zentrale war er von 1997 bis 2002 Direktor des Goethe-Instituts in Kiew. Von 2002 bis 2007 war er Direktor des Goethe-Instituts in Kairo und Leiter der Region Nahost/Nordafrika, im Anschluss daran von 2007 bis 2012 Direktor des Goethe-Instituts in Moskau und Leiter der Region Osteuropa/Zentralasien.


Ligia Lewis

Tänzerin und Choreografin

Dominikanische Republik/USA  

Ligia Lewis entwirft Choreografien, in denen sie die Metaphern und gesellschaftlichen Einschreibungen des Körpers thematisiert. Ihre Stücke und Performances wurden unter anderem im Flax/Fahrenheit (Los Angeles) und Palais de Tokyo (Paris).


Varna Marianne Nielsen Apaloo

Musikerin und Performerin

Grönland

Die Kunst der Musikerin Varna Marianne Nielsen Apaloo ist inspiriert von den alten Traditionen der Trommeltänze aus Ostgrönland – ihre Vorfahren (darunter der legendäre Schamane und Trommeltänzer Maratse) waren bereits bekannte Trommeltänzer.


Kimmernaq Kjeldsen

Musikerin und Schauspielerin

Grönland

Kimmernaq Kjeldsen, aufgewachsen in Aasiaat (Grönland), veröffentlichte im Jahr 2006 ihr erstes Soloalbum. Seither hat sie 4 Alben veröffentlicht und ist in ganz Grönland durch ihre Musik bekannt. Zurzeit lebt sie in Nuuk und arbeitet als Schauspielerin.


Miké Thomsen

Schauspieler, Musiker und traditioneller Inuit Performer

Grönland

Miké Thomsen hat in zahlreichen Produktionen der Inuit Theatre Company, der Caritas Productions und dem National Theatre of Greenland mitgewirkt. In Dänemark arbeitete er mit der erfolgreichen Global Stories production Ni Hao Nuuk zusammen und wurde im Zuge dessen zum dänischen  Jungschauspieler des Jahres gekürt.


Natascha Adamowsky

Kulturwissenschaftlerin

Deutschland  

Professorin für Digitale Medientechnologien an der Universität Siegen mit Arbeitsschwerpunkte: Medienästhetik und Wissenskultur, practice as research / theory as practice (Epistemologie der Partizipation) und Mediengeschichte.


Astrid Kaminski

Publizistin

Deutschland  

Astrid Kaminski studierte Kulturkritik an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München sowie Tanz und Pädagogik in den Niederlanden. Sie schreibt über Tanz, Performance, Literatur und Sozialpolitisches für Zeitungen, Magazine, Web-Publikationen und Themenbücher.


EOMAC

Musiker, DJ und Produzent

Irland

Ian McDonnell aka EOMAC ist besser bekannt als eine Hälfte des Duos LAKKER, welches vor allem durch Releases auf dem Kultlabel R&S RECORDS bekannt geworden ist. Für sein Album SPECTRE, welches 2014 auf Killekill erschien, bekam er eine große internationale Anerkennung.


Danae Theodoridou

Performance-Künstlerin und Wissenschaftlerin

Griechenland

Sie lebt und arbeitet in Brüssel. Ihre künstlerische Arbeit konzentriert sich derzeit auf den Begriff der sozialen Phantasien und die Art und Weise, wie Kunst zur Entstehung sozialer und politischer Alternativen beitragen kann.


Laymert Garcia

So­zio­lo­ge

Brasilien

Professor der Universität von Campinas und ehemaliger Leiter der Stiftung Kunstbiennale São Paulo (2009-2010). Seine Hauptforschungsgebiete sind Biotechnologie sowie Technologie und zeitgenössische Kunst. Er koordiniert zurzeit das Labor für Kultur und Netztechnologien.


Fernando Arias

Künstler, Kurator

Kolumbien / Großbritannien

Fernando Arias arbeitet zwischen Bogotá, der entlegenen kolumbianischen Pazifikküste von Chocó und London. In seiner Fotografie- und Videokunst sowie in seinen Installationen und Interventionen behandelt er Anliegen wie Konflikte, Sexualität und Religion aber auch Sozial- und Umweltthemen.


Kelly Gillespie

Anthropologin

Südafrika

Kelly Gillespie ist Dozentin an der Abteilung für Anthropologie der Universität von Witwatersrand. Ihr Forschungsinteresse gilt den Themen Strafrecht, Rechtsanthropologie und den Auffassungen von Geschichte, Rasse und Sexualität in Südafrika. Ihre aktuelle Arbeit handelt von der intimen Gewalt und deren Widerhall in den Beziehungen von Öffentlichem und Privatem und bei Strafgerichtsverhandlungen. Kelly Gillespie ist Teilnehmerin der Episode Observatorium des Südens.


Neo Muyanga

Musiker und Komponist

Südafrika

Neo Muyanga arbeitet als Dirigent und tourt mit verschiedenen Produktionen der Royal Shakespeare Company, Handspring Puppet Company, Paco Pena's Flamenco Ensemble und Produktionen von William Kentridge. Als „Composer in Residence“ am Wits Institute for Social and Economic Research (WISER) an der Witwatersrand Universität, Südafrika, und dem Humanities Research Institute (HRI) an der University of California, forscht er zu Ästhetik und beschäftigt sich mit der schwarzen Oper.

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Neo Muyanga spricht über das Projekt Episoden des Südens.



Jota Mombaça

Essayist und Performer

Brasilien

Nicht-binär schwul, als dunkelhäutig rassialisiert, geboren und aufgewachsen im brasilianischen Nordosten, macht Performances und forscht über das Verhältnis von Monstrosität und Humanität, Queer Studies, Deskoloniales und anderes.