Das Vermächtnis der Familie Wildberger



Das Vermächtnis der Familie Wildberger

Der Name Wildberger stammt aus dem kleinen deutschen Dorf Wildberg nahe Stuttgart. Nach schwierigen Zeiten emigrierte die Familie Wildberger im XVII. oder XVIII. Jahrhundert aus dem Schwarzwald in die Schweiz, wo sie sich in Schaffhausen niederließ. Im späten XIX. Jahrhundert nahm eine Importfirma aus der Schweiz Emil Wildberger, Großvater der bahianischen Wildbergers, unter Vertrag, um in Venezuela Kakao einzukaufen. Als Pilze die venezolanische Kakaoproduktion befielen, wurde Emil nach Bahia versetzt. Dort vergrößerte er sich immer mehr, aber um 1930 gab es zehn weitere konkurrierende Firmen in der Region. Als die Weltwirtschaftskrise 1930 mit verheerenden Folgen für die Industrie ausbrach, gingen zahllose Kakaoproduzenten bankrott.

Emil Wildberger tat einen mutigen Schritt: Er kaufte verschiedene Exportfirmen und gescheiterte Fazendas auf, fasste sie zusammen und ging in Europa auf die Suche nach einer Bank, die ihn langfristig finanzierte. Mit dem französischen Bankhaus Rothschild vereinbarte er eine Fünf-Jahres-Frist. In kürzester Zeit wurde die Firma Wildberger zum Marktführer unter den Exportfirmen, da sie unter ihrem Namen ein Dutzend ehemaliger Konkurrenten vereinigte, und blieb dies auch von den 30ern bis in die 50ern des XX. Jahrhunderts.

Emil starb 1946 und übergab die Geschäftsleitung an seine Söhne. Von diesem Zeitpunkt an schrumpfte die Produktion allmählich sowohl im Volumen als auch in ihrer Bedeutung, bis die Wildbergers schließlich im Jahre 1964 fast komplett die Beteiligung am Exportmarkt verloren.