Jugendlandschule

„Unsere Schule ist wie eine schützende Glaskugel“, erklärt Karin Oesterle, Deutschlehrerin und Inspectora an der Jugendland Schule in Talagante. „Die Kinder sollen sich wohl fühlen und wissen, dass sie hier sicher sind.“ Dieser Vergleich trifft es perfekt, denn sobald man die Schule betritt, merkt man sofort, dass sie nicht wie jede andere ist. Hier kennen die Lehrer jedes Kind beim Namen, die kleinsten Wunden werden mit viel Fürsorge verarztet und Tränen mit Liebe getrocknet. Konflikte werden mit Worten gelöst, Probleme sich zu Herzen genommen und kleine Scherze bringen sowohl Lehrer als auch Schüler zum Lachen. In den Klassenräumen herrscht eine entspannte Atmosphäre, die den Kindern ihren kreativen Freiraum lässt.

Denn in Talagante werden nicht nur akademische Ziele verfolgt, hier lernen die Kinder für das Leben. Werte wie Respekt, Verantwortung und Solidarität werden besonders groß geschrieben und von Schülern, Lehrkräften und Eltern verfolgt. Sei es das Schulfest, welches organisiert werden muss, ein Sportereignis, dem noch Planung fehlt, oder eine Arbeitsgemeinschaft, die neu eingeführt werden soll, alle beteiligen und bemühen sich, ihre Schule so gut wie möglich zu gestalten. 225 Schüler vom Kindergarten bis zur zwölften Klasse, arbeiten Hand in Hand und lernen so mit anderen Altersgruppen umzugehen. Sogar das Schulgebäude trägt zum Zusammengehörigkeitsgefühl bei. Übersichtlich sind die hellen Klassenräume um einen Innenhof herum aufgebaut, in welchem Veranstaltungen statt finden oder wichtige Ansagen gemacht werden. In den Pausen ist er ein Treffpunkt vieler Schüler, die die wichtigsten Neuigkeiten austauschen, Skateboard fahren oder fangen spielen.

„Jeder kennt hier jeden, das ist viel persönlicher als an anderen Schulen“, bestätigt auch Sofía aus der 12. Klasse. Sie besucht seit vier Jahren die Jugendland Schule und ist sichtlich zufrieden mit ihrer Wahl: „Ich möchte Deutsch lernen, um später vielleicht in Deutschland studieren zu können. Die Universitäten dort sind in meiner Fachrichtung sehr gut.“ Auch Carolina aus der 11. Klasse interessiert sich besonders für die deutsche Sprache: „Ich mache nächstes Jahr meinen Abschluss und möchte dann etwas mit Sprachen studieren. Vielleicht sogar Deutsch.“ Solche Träume sind seit 2008 etwas näher an die Wirklichkeit gerückt, als der Vertrag zur Aufnahme ins Pasch-Programm unterschrieben wurde. In der ersten Pasch-Schule in Chile wurde der Deutsch-Unterricht auf vier Stunden die Woche erweitert und neues Material angefordert. Die Schule bekam einen voll ausgestatteten Computerraum eingerichtet, in welchem die Schüler lernen, recherchieren, und Projekte bearbeiten können. Außerdem werden den beiden Deutschlehrerinnen regelmäßig Fortbildungen angeboten, um ihren Unterricht zu perfektionieren.

In der Gemeinde von Talagante genießt die Schule ein großes Ansehen und wird besonders seit der Aufnahme ins Pasch-Programm vom Bürgermeister unterstützt. Die Leitung wird häufig zu Veranstaltungen eingeladen, sodass sie die Schule öffentlich repräsentieren kann. Bis hierhin war es allerdings ein langer Weg, der 1992 seinen Anfang nahm, als der Kindergarten „Kinderland“ von María Bernadita Henriquez León gegründet wurde. Später wurde die Schule hinzugefügt und in „Jugendland“ umbenannt. Das Fach Deutsch wurde schon immer angeboten, erhielt allerdings mit Pasch eine wesentlich größere Wichtigkeit. Jetzt lernen die Kinder bereits im Kindergarten Deutsch und können bis zum Schulabschluss ihre Kenntnisse vertiefen.

Besonders freut sich die gesamte Schule auf den bevorstehenden Umzug in ein komplett neu errichtetes Schulgebäude, welches bald fertig gestellt werden soll. Auf dem Gelände wird Platz für noch mehr Schüler sein, „die alle in die Familie der Jugendland Schule aufgenommen werden können. Denn bei uns zählt das Individuum“, verdeutlicht Karin Oesterle, während sie dem kleinen Nicolas aus der ersten Klasse ein Pflaster auf das aufgeschlagene Knie klebt und ihm tröstend über den Kopf streichelt.

Kontakt
Jugendland Schule
Francisco Chacón 1235
Talagante
Chile

Tel.: +56-2-8151031
info@jungenland.com

Homepage der Schule

    Blog - Schulen: Partner der Zukunft

    Ines Patzig-Bartsch ist Expertin für Unterricht der PASCH-Initiative für Argentinien, Chile, Paraguay und Uruguay. Hier bloggt sie über die tägliche Arbeit.