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Die afrikanische Mode hat eine große Zukunft

Alexander Schuecke
Alexander Schuecke
Ein Interview mit Yves Eya'a über die vierte Ausgabe des „Forums Mode und Design in Kamerun“.

Das 2010 vom Centre des Créateurs de Mode du Cameroun (CCMC) und seinem Leiter Yves Eya'a gegründete Forum Mode und Design fand vom 3. bis 16. Juni 2013 fand in Jaunde statt. Thema dieser vierten Ausgabe war „Die wirtschaftlichen Herausforderungen einer Kreativindustrie in Kamerun“.

Neben dem nationalen und internationalen Fachaustausch und Begegnungen zwischen Modemachern aus Kamerun, der Subregion und Europa , stand dieses Jahr das Thema die Professionalisierung junger kamerunischer Talente in den Berufschulen im Vordergrund. Die Modedesigner arbeiteten im Rahmen von Workshops u.a. zu den Themen „Schnitttechniken und Kollektionaufbau“ “ oder „Internationale Normen des Designs“ mit Berufsschülern und jungen Modedesignern aus Kamerun zusammen und entwickelten Schnitte und Kollektionen. Die Produkte wurden dann der Öffentlichkeit unter dem Motto „Das afrikanische Erbe, aktuelle Modelle und Designs““ im Rahmen einer großen Modenschau unter Anwesenheit des Ministers „Kleiner und mittlerer Unternehmen“ vorgestellt.

Samstag, 16. Juni 2013, war der letzte Tag des Forums. Was ist das Ergebnis aus diesen zwei Wochen an Ausbildung und Diskussionen? Könnte man von einem Erfolg für die Entwicklung der Mode in Kamerun sprechen?

Wie vorgesehen, erstreckte sich das Forum über zwei Wochen, vom 3. bis zum 16. Juni 2013, dieser Samstag, 16. Juni war also der letzte Tag und damit auch der Tag der Bilanz und vor allem der Rückreise der Teilnehmer aus Europa und aus Kamerun. Der Abschluss ist sehr befriedigend. Während der abschließenden Modenschau gestern Abend im Palais de Congrès wurden die Kreationen der kamerunischen und ausländischen Modedesigner vorgestellt, das Publikum war sehr beeindruckt vom Talent der jungen Modeschöpfer. Für uns war das Forum eine große Herausforderung, um dem Publikum zu zeigen, dass es in Kamerun eine Modeszene gibt, die sich hoffnungsvoll entwickelt.

Dies war die vierte Ausgabe des Forums der Mode- und Designerberufe in Kamerun. Was ist das besonderes Ziel, was kann das Forum zur Kreativwirtschaft Kameruns beitragen?

Wie wir es immer gesagt haben, das Ziel dieses Forums besteht darin, die betreffenden Unternehmen dazu zu motivieren, sich dem internationalen Wettbewerb im Bereich Mode zu stellen und ihre Designer dahingehend zu ermutigen, sich den ausländischen Tendenzen nicht zu verschließen, zugleich aber auch ihre lokalen Traditionen zu bewahren. Die Arbeit der Modeschöpfer gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Um vielleicht das Ergebnis des Forums zusammenzufassen: Was können Sie über die aktuelle Modeszene Kameruns sagen? Mit welchen Schwierigkeiten ist sie konfrontiert und wo liegt ihr Potential?

Die Modeszene Kameruns verfügt über ein sehr großes Potential. Aber darüber, ob die kamerunische Mode bei einem internationalen Publikum ankommt, das entscheiden letztendlich die kamerunischen Designer. Das Ziel dieses Forums bestand auch darin, den jungen Kameruner Modemachern Wege aufzuzeigen, wie sie ihre Produkte in einem Sektor mit großer internationaler Konkurrenz vermarkten können.

Kann man behaupten, dass sich die afrikanische Mode von der europäischen unterscheidet? Handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Konzepte, oder ist der Unterschied ohne besondere Bedeutung?

Ich persönlich glaube, dass der Unterschied unbedeutend ist, Mode ist Mode. Afrikanische und kamerunische Modemacher arbeiten mit afrikanischem Material. Wir versuchen ihnen zu vermitteln, dass es sinnvoll ist, Sachen herzustellen, die man auch tragen kann und die verkäuflich sind. Für mich gibt es zwischen einem Kleid aus Europa mit modernen Stoffen oder einem afrikanischen Kleid, das aus anderen Geweben gefertigt ist, wie zum Beispiel aus dem sogenannten traditionellen Pagne, wenn es gut gemacht ist, keinen wesentlichen Unterschied.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für kamerunische Talente?
Die Ausbildung ist heutzutage ganz besonders wichtig für die Entwicklung eines Unternehmens. Deshalb legen wir den Berufsschulen nahe, die dafür notwendigen Grundlagen zu berücksichtigen. Zugleich sollten die Modemacher sich auch um ihre eigene Weiterbildung bemühen. Neben den allgemeinen Schulen verfügen wir auch über Fachschulen, wie zum Beispiel die Kunsthochschule Cheikh Anta Diop in Jaunde.

Abgesehen natürlich von der Modenschau, welchen Teil des Forums haben Sie besonders geschätzt und warum?

Der beste Tag war für mich die Begegnung im Goethe-Institut. Dort war zu sehen, wie groß das Interesse der Modemacher ist, etwas zu verändern.

Was ist von der fünften Ausgabe des Forums zu erwarten? Gibt es schon Themen, eine Gästeliste usw.?


Für die fünfte Ausgabe des Forums wünschen wir uns mehr Austausch zu Ausbildungsmöglichkeiten und eine noch größere Berücksichtigung des Themas „Professionalisierung“. Das genaue Thema der nächsten Ausgabe liegt noch nicht fest.

Vielen Dank für ihre Zeit und bis zur nächsten Mode- und Design-Forum!

Ihnen und allen anderen vielen Dank!

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