Bericht zur Deutschen Ecke an der Sichuan International Studies University, Chongqing
Die Studenten treffen sich an diesem Dienstag schon zum vierten Mal an diesem Ort, an dem chinesischen Germanistikstudenten die Gelegenheit gegeben werden soll, miteinander und mit deutschen Muttersprachlern zu reden, zu diskutieren, sich über Probleme auszutauschen, Fragen zu stellen, gemeinsam zu spielen, zu üben und den ein oder anderen Film zu sehen.
So fanden seit der Eröffnung am 8. November, bei der 100 Gäste aus dem ersten, zweiten und dritten Jahrgang sowie der Leiter des Goethe Sprachlernzentrums Sebastian Kraft, die DAAD-Lektorin Birgit Giloy, der Dekan der Deutschabteilung Li Daxue und die Prodekanin Tang Wei anwesend waren, schon ein Debattierabend und eine Beratungsstunde in Vorbereitung auf den alljährlichen Redewettbewerb der Deutschabteilung statt. Organisiert und eingerichtet wurde der Raum durch das Deutsche Ecke-Team: sechs Studentinnen aus dem zweiten und dritten Jahrgang zusammen mit der Boschlektorin Johanna Varuzza. Die Materialien und Möbel stellten jedoch die Deutschabteilung der SISU, der DAAD, die Robert Bosch Stiftung und nicht zuletzt das Goethe Institut zur Verfügung.
Die Eingangstür schmückt zum Beispiel ein Plakat des Goethe Instituts, auf dem Bergwanderer zu sehen sind, die vom Gipfel der Zugspitze, des höchsten deutschen Bergs, in die Ferne blicken. Klar, damit wollen die Studenten ein Zeichen setzen: Wir stellen uns der Herausforderung, die der Erwerb der deutschen Sprache für uns bedeutet und haben uns hohe Ziele gesetzt!
Dieser Herangehensweise entspricht auch die Stimmung bei den wöchentlichen Treffen: Alle sind neugierig, erkundigen sich nach Studienmöglichkeiten, Lernstrategien und dem Leben in Deutschland oder beschäftigen sich konzentriert mit den Lese- und Lernmaterialien, die Goethe Institut, DAAD und Robert Bosch Stiftung geschickt haben.
Aber am liebsten diskutieren die Studenten. Deshalb werden die geplanten Aktivitäten, ob Filmabend, Lesung oder Beratungsrunde stets mit der Möglichkeit zur Diskussion und zum kritischen Austausch verbunden. Die Deutsche Ecke soll der Diskussionskultur einen festen Platz im universitären Alltag einräumen und die Studenten im Debattieren schulen. Aufgrund der vielen verschiedenen Sprachniveaus ist das kein einfaches Unterfangen. Es hat sich zum Beispiel schon herausgestellt, dass zwei getrennte Abende für den 1. Jahrgang auf der einen Seite und den 2. und 3. Jahrgang auf der anderen angeboten werden müssen, denn die Wünsche und Bedürfnisse unterscheiden sich beträchtlich. Diese Erfahrung nicht als problematisch, sondern als gewinnbringend aufzufassen, daran liegt Johanna Varuzza sehr: „Ich wünsche mir, dass jeder die Deutsche Ecke als Work-in-Progress versteht, als kontinuierlich fortzuführendes Projekt, das ausbaufähig und stets veränderbar ist und das der Mithilfe aller Beteiligten, zuallererst der Studenten bedarf.“
Es ist ein Raum von Studenten für Studenten, der sich zum festen Anlaufspunkt für interessierte Deutschlerner an der Universität etablieren und animieren soll, sich auch außerhalb des Unterrichts mit der deutschen Sprache und Kultur auseinanderzusetzen. Ohne die Unterstützung von außen würde das aber nicht gehen. Daher sagen die Studenten dem Goethe Institut, das sie unter anderem mit Lernkassetten, spannender Lektüre, Spruchpostkarten und dem wunderschönen Deutschlandplakat versorgt hat: Danke!











