Goethe-Guerilla Netzwerk

Aus eigener Sicht

© www.Colourbox.com
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Die Goethe-Guerilla ist eine Gruppe junger Leute mit unterschiedlichen Interessen und Fertigkeiten, die auf freiwilliger Basis und mit der Unterstützung des Goethe-Instituts in einem Team Projekte, die in enger Verbindung zu kulturellen und gesellschaftlichen Themen stehen, erarbeitet und realisiert.

Die Gruppe interessiert sich für die Wechselwirkungen zwischen dem Individuum, der Gesellschaft und der Kultur. Ihre Ansichten dazu möchte sie mit anderen auf unterschiedliche Art und Weise teilen. Die Arbeit der Gruppe ist durch folgende Leitgedanken gekennzeichnet:

  1. DAS KENNENLERNEN EIGENER UND ANDERER KULTURELLER UND GESELLSCHAFTLICHER BEDINGUNGEN
    Jedes Individuum lernt andere Kulturen und Gesellschaften auf eine ihm eigene Art und Weise kennen, weil sie spezifisch auf ihn einwirken. Durch diese neuen Eindrücke entsteht auch eine andere Beziehung zum eigenen kulturellen Hintergrund. Die Beobachtung, dass das eigene Verhalten soziokulturelle Veränderungen hervorruft, macht die Notwendigkeit eigenständigen Handelns deutlich. Diese Erfahrung eröffnet außerdem die Möglichkeit, bewusst andere Entscheidungen zu treffen und individuelle Freiheit zu gewinnen.

    Schwerpunkt der Arbeit der Goethe-Guerilla ist die Auseinandersetzung mit deutscher Kultur, Gesellschaft und Sprache sowie zeitgenössischer Kunst. Die Guerillas versuchen nicht, sich auf gewöhnliche Weise – etwa durch die distanzierte Kenntnisnahme von Sachlagen – mit diesen Aspekten zu befassen, sondern sind bemüht, die allgemeinen Trends der deutschen Kultur und des Alltags ausfindig zu machen, um sie mit denen der Gruppe zu vergleichen. Das kann das Risiko eines experimentellen Charakters bergen, denn der Versuch, eine Kultur durch Gespräche kennenzulernen, führt möglicherweise dazu, dass man sie in einem eigentlich fremden Kontext erlebt.


  2. PROAKTIVITÄT – EINFLUSS AUF DIE ÖFFENTLICHE MEINUNG UND INTERVENTION IM ÖFFENTLICHEN RAUM
    Das Agieren der Gruppe im öffentlichen Raum ermöglicht dem Einzelnen durch seine Ideen eine Verbindung mit der Gesellschaft herzustellen und sich im sozialen wie kulturellen Bereich einzubringen. Durch neue Denk- und Ausdrucksweisen wird ein Unterschied zum gegenwärtigen gemeinsamen Alltag erzielt. Dies hat die direkte Beteiligung des Einzelnen bzw. der Gruppe am öffentlichen Leben zur Folge und bewirkt, dass eine Frage, ein Problem oder eine mögliche Antwort öffentlich und somit sichtbar und gemeinschaftlich gemacht wird.

    In der Gruppe haben sich spontan Pflichten und Verantwortungen gefestigt, die auch außerhalb der Arbeitstreffen beibehalten wurden. Auf diese Weise werden die Ziele und die Erwartungen des Einzelnen und der Gruppe erfüllt. Zunächst hat jeder das Recht seine Ideen darzulegen. Jede Aktion wird in der Gruppe entschieden. Das bedeutet, dass jedes Mitglied ihrer Realisierung zustimmt. Für jedes Projekt ist in der Ausführungsphase entweder eine Einzelperson oder eine Gruppe hauptverantwortlich. Jedes Projekt beginnt mit einer grundlegenden Idee und gemeinsamen Überlegungen, wie man es mit den grundsätzlichen Zielen der Goethe-Guerilla verbinden kann. Die Idee wird daraufhin ausgearbeitet, dem Zweck entsprechend in mehrere spezifische Aufgaben zerlegt und anschließend verwirklicht. Erwartungsgemäß unterscheidet sich das Engagement der Mitglieder in jedem Projekt, auch wenn grundsätzlich alle für alles verantwortlich sind. Bei der Umsetzung eines Projekts ist es zudem möglich, dass Außenstehende mit einbezogen werden. Die Gruppe trifft sich regelmäßig und kommuniziert stetig per Mail oder Telefon. Daher sollte jeder seine Mails abrufen und auf sie antworten.

    Die ideenreiche Gemeinschaft der Goethe Guerilla bietet jedem Mitglied die Möglichkeit voneinander zu lernen und die Gelegenheit für Einzel- oder Gruppenarbeit. Zudem liefert sie einen Raum für Kreativität, für das Erproben verschiedener Ausdrucksformen und Kommunikationsideen sowie für die Teilnahme am öffentlichen Leben der Stadt. Alle Projekte entstehen im Verlauf des gegenseitigen Kennenlernens und der Bekanntschaft mit Deutschland, seiner Kultur und Gesellschaft und aus der Interaktion zwischen den einzelnen Mitgliedern.
Snežana Ilić, Belgrad

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