Urban Incubator: Belgrade - Status-quo im Mai 2013

Der Urban Incubator: Belgrade hat Savamala eine neue Farbe hinzugefügt: blau. Savamala, vernachlässigt und baufällig, wird zur neuen Heimat von Künstlern und zum Labor für Visionen eines wiederbelebten Stadtteils.
Planer, Politiker, Investoren – lange Zeit war keine Entwicklung für Savamala in Sicht. Jetzt sind für ein Jahr lokale und internationale Künstler, Designer, Architekten eingezogen, am 23. März war gemeinsamer Start für alle. Fünf neue Läden, Büros, Werkstätten oder Galerien haben durch den Urban Incubator neu aufgemacht und bieten jetzt, mit geringen Mitteln nutzbar gemacht und renoviert, Platz für Aktionen, Workshops oder Gespräche mit den Bürgern von Savamala. Darauf weisen überall blaue Poster, blaue Beschriftungen, blaue Banner am Spanischen Haus hin. Und selbst die Website – goethe.de/urbanincubator - mit Blog, Veranstaltungshinweisen Medienecho – ist ganz in blau.

Savamala Kraljevica Marka 8, Crnogorska 5, Gavrila Principa 2 – in den letzten zwei Monaten haben mehr als 100 Teilnehmer der Projekte und workshops an neuen Orten, verteilt über den ganzen Stadtteil angefangen. In der Brace Krsmanovic 2, unterhalb der Brankov-Brücke, steht der Kunst-Pavillon aus Bauteilen der Betonguß-Technologie im sogenannten „Spanischen Haus“ und bietet eine neue Programmreihe: „Urban Incubator featuring…“ für interessante Aktionen in Savamala. Gemeinsam entstehen künstlerische Energien und Austausch untereinander und mit der Bevölkerung, die sich und ihr Wissen einbringen.

Zum Beispiel: Architektur-Studenten aus Belgrad arbeiten an einem Gruppenprofil, aus den Wünschen der Bewohner entwickeln sie einen Vorschlag für einen neuen Gemeinschaftsraum im bislang ungenutzten Erdgeschoss im Wohnblock Crnogorska 5. Studenten aus Hamburg und ihre Partner von der Belgrader Architektur-Fakultät helfen Bewohnern des Stadtteils, ihre Alltagsgegenstände zu entwickeln und dazu gleich einen „Wanderwerkzeugwagen“, den man überall hinziehen kann. Grundschüler bemalen ihre Schulhofwände mit eigenen Visionen zu ihrem Stadtteil. Und die „Klangkarte Savamala“ („Soundmap Savamala“) stellt eine akustische Landkarte von Savamala ins Netz und bringt sie in ein neuartiges 3D-Modell für Savamala ein. Für ihr „opus magnum“ einer „Symphonie der Hülle“ haben sich die Goethe-Guerilla die Bauruine des Spanischen Hauses vorgenommen. Dort haben sie Töne aufgezeichnet, darunter das Plätschern vom Wasser im Keller oder das Hämmern von Bauarbeitern während die einsturzgefährdeten Außenwände gesichert werden für den Einbau des Pavillons.















Noch ambitionierter hat das GingerEnsemble ein mobiles “Radio Savamala” mit lokalen Experten vorbereitet und Klangkunst-Aktionen in den Stadtteil getragen. Das internationale Künstler-Residenzprogramm „We Also Love the Art of Others“ von dem lokalen Künstlerkollektiv Treci Beograd hat Gespräche, Diskussionen, Interventionen und viele soziale Begegnungen organisiert, darunter Begegnungen zwischen Künstlern und Studenten, ihrer eigenen Initiative für eine „Savamala Art School“, und ein MediaLab für künstlerische Arbeiten im und für den Stadtteil. Die neue Architektur-Zeitschrift für Savamala von der Initiative „Camenzind goes Belgrade“ ist als ein erstes „Pamphlet“ fertig. Und alles bewegt sich, entwickelt sich, jede dieser neuen Impulse in ihrer eigenen Dynamik.

Während die online-Kommunikation der Projekte jeden Tag in Blog und Bildergalerie auf der Urban Incubator-Webseite vorangeht und entstehendes Video-Material zusätzlich auf einem youtube-Kanal veröffentlich wird, sorgen die serbischen Medienpartner seit Projektbeginn für ein umfassendes Presseecho. ‘”Neuer Glanz für Savamala”, “Schritt für Schritt zu einem besseren Leben”, so lauteten nur einige der Schlagzeilen in den landesweiten Printmedien Blic, Danas, Politika oder 24sata, sowie in Radio- und Fernsehprogrammen von RTS oder b92.
Kunst-, Design- und Publikumszeitschriften haben, online oder gedruckt, die Projekte begleitet.

Das Presseamt der Stadt Belgrad hat seine Mitarbeiter darüber informiert, und das Stadtteil-Magazin von Savski Venac hat die Botschaft vom “Neuen Leben im alten Quartier” in jeden Briefkasten des Stadtteils verteilt – auf jedem Küchentisch also in Savamala liegt jetzt eine Ausgabe, und die Farbe ist – blau.





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