10 Fragen an …

Jutta Walter



1) Was ist für Sie „typisch tschechisch“?

Die Wissbegierde, man könnte auch sagen: das positive Herummäkeln. Die Tschechen sind neugierig, sie wollen immer wissen, warum etwas so ist wie es ist. Sie akzeptieren neue Informationen nicht nur so, wie sie dargestellt werden.

Deutsche neigen dazu, für alles Regeln aufzustellen und diese dann auch noch einzuhalten. Werte wie Zuverlässigkeit, Disziplin und Pünktlichkeit haben nach wie vor einen großen Stellenwert.

2) Was ist für Sie „typisch deutsch“?

Deutsche neigen dazu, für alles Regeln aufzustellen und diese dann auch noch einzuhalten. Werte wie Zuverlässigkeit, Disziplin und Pünktlichkeit haben nach wie vor einen großen Stellenwert.

3) Welchen Einfluss übt Tschechien auf Ihr Schaffen oder Ihr Leben aus?

Ich lebe jetzt seit vier Jahren in Prag und fühle mich hier sehr wohl. Von Anfang an habe ich begonnen, die tschechische Sprache zu lernen, um den Menschen und der Kultur des Landes näher zu kommen. Die Kultur Tschechiens und die Freundlichkeit der Menschen bereichern mein Leben und motivieren mich.

4) Mit wem in Tschechien würden Sie gerne einen Tag tauschen?

Mit dem Piloten einer ČSA-Maschine.

5) Was verbindet Ihrer Meinung nach Tschechen und Deutsche?

Ernsthafte Antwort: Das Leben in der Mitte Europas, die Kultur und der europäische Gedanke.

Nicht ganz so ernsthafte Antwort: Die Liebe zum Bier. Bayern ist das einzige Land, wo der Bierverbrauch pro Kopf höher ist als in Tschechien. Aber da Bayern ein Teil von Deutschland ist, bleibt am Ende doch Tschechien an der Spitze.

6) Was war Ihr schönstes Erlebnis in Tschechien?

Ich hatte in Tschechien schon viele schöne Erlebnisse. Insofern fällt es mir schwer, ein einzelnes hervorzuheben.

7) Was war Ihr unerfreulichstes Erlebnis in Tschechien?

Ich gehöre zu den Menschen, die unerfreuliche Erlebnisse relativ schnell verdrängen. Daher kann ich hier nichts nennen.

8) Haben Sie einen Lieblingsort in Tschechien?

Mein Lieblingsort in Tschechien ist Mariánské Lázně. Mir gefallen dort besonders die Kombination von Geschichte, interessanter Architektur und wunderschöner Natur sowie natürlich die Heilquellen.

9) Auf was könnten Sie in Tschechien gerne verzichten?

Ich könnte gern auf die Raucher in den Restaurants und Kneipen verzichten. Das würde manchen Gaststättenbesuch für mich deutlich angenehmer machen. Überflüssig sind sicherlich auch Souvenirläden mit russischen Pelzmützen….

10) Welche Gewohnheit oder Idee aus Tschechien würden Sie gerne in Deutschland übernehmen?

Es gefällt mir, dass die Tschechen Sinn für Humor haben und auch über sich selbst lachen können. Dies würde auch den Deutschen manchmal guttun. Ebenso könnte ein bisschen mehr tschechische Gelassenheit und Improvisationsgabe nicht schaden.


Jutta Walter im Porträt:

Dr. Jutta Walter ist Generaldirektorin der Prager Filiale der Commerzbank AG, einer der führenden Banken in der Tschechischen Republik und Zentrale des Commerzbank-Netzwerks in Tschechien und der Slowakei.

Jutta Walter, geboren in Dessau, lebt und arbeitet seit vier Jahren in der Moldaumetropole. Sie spricht deutsch, englisch, polnisch und tschechisch. Nach dem Studium und der Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin begann die 52-jährige Ökonomin ihre Karriere in der Forschung. Seit 1990 arbeitet Jutta Walter für die Commerzbank. Vor ihrer Ankunft in Prag arbeitete sie in verschiedenen Positionen in Deutschland und bei der polnischen Tochtergesellschaft BRE-Bank, in Tschechien durch die mBank vertreten. Seit 2006 ist sie Generaldirektorin der Prager Commerzbank-Filiale.

Jutta Walter ist verheiratet und Mutter einer erwachsenen Tochter.

Copyright: Goethe-Institut Prag
Juli 2010

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