10 Fragen an …

Jiří Bubeníček

Jiří Bubeníček; © Costin Radu

1) Was ist für Sie „typisch deutsch“?

Die Curry-Wurst.

2) Was ist für Sie „typisch tschechisch“?

Böhmische Knödel.

3) Welchen Einfluss übt Deutschland auf Ihr Schaffen oder Ihr Leben aus?

Deutschland ist ein Land mit einem reichen Kulturleben. So hat zum Beispiel jede größere Stadt ihr eigenes Ballett. In Deutschland sind einige der besten Ensembles beheimatet. Zum Beispiel das Hamburg Ballett, das Stuttgarter Ballett, das Münchner Ensemble, die Compagnien in Berlin oder Dresden und noch viele mehr. Mir persönlich hat Deutschland alles gegeben, was ich habe. Als Künstler bin ich in Hamburg groß geworden. Dank des Hamburger Theaters hatte ich die Möglichkeit, in meiner Karriere ein großes Stück voranzukommen. Außerdem konnte ich dort die choreografische Arbeit angehen und an all meinen persönlichen Träumen arbeiten.

4) Mit wem in Deutschland würden Sie gerne einen Tag tauschen?

Mit Stefan Raab.

5) Was verbindet Ihrer Meinung nach Deutsche und Tschechen?

Hier gilt es auf jeden Fall ein weiteres Mal die Kunst zu nennen. Aber auch den Fleiß.

6) Was war Ihr schönstes Erlebnis in Deutschland?

Das ist für mich abermals das Theater. Mein schönstes Erlebnis war vermutlich die Premiere des Balletts Nijinsky. Ich hatte großes Glück. Der Direktor des Hamburg Balletts John Neumeier hat sein abendfüllendes Stück Nijinsky mir auf den Leib geschrieben, ich tanzte die Hauptrolle, den Vaslav Nijinsky. Die Premiere war wundervoll. In der Rolle des genialen Tänzers hatte ich großen Erfolg. Ich war sehr glücklich. Im Publikum saßen Vertreter fast aller renommierten Theater Europas.

7) Was war Ihr unerfreulichstes Erlebnis in Deutschland?

Als ich mehrmals die praktische Prüfung für meinen deutschen Führerschein wiederholen musste. Die Deutschen sind hierbei sehr streng und obwohl ich bereits den tschechischen Führerschein mit dreijähriger Fahrpraxis hatte, bin ich durchgefallen. Ich war total nervös.

8) Haben Sie einen Lieblingsort in Deutschland?

In Hamburg am Wasser. Im Zentrum der Stadt gibt es einen See, die Alster. Ich habe 13 Jahre lang in unmittelbarer Nähe gewohnt. Gerne erinnere ich mich an Spaziergänge und an das Grillen an der Alster.

9) Auf was könnten Sie in Deutschland gerne verzichten?

Ich weiß nicht. Ich finde, dass hier alles ziemlich gut funktioniert!

10) Welche Gewohnheit oder Idee aus Deutschland würden Sie gerne in Tschechien übernehmen?

Keine. Jedes Land ist reich genug an Gewohnheiten und Ideen.


Jiří Bubeníček im Porträt

Er kam in Polen zur Welt, wuchs in Tschechien auf, machte in Deutschland Karriere und ist auf den Bühnen der Welt zu Hause. Jiří Bubeníček ist Weltbürger und Startänzer. Er und sein Zwillingsbruder Otto stammen aus einer alten tschechischen Zirkusfamilie und wurden beim Tanzunterricht, der sie auf das Leben in der Manege vorbereiten sollte, als begabte Tänzer entdeckt. Trotz des Widerstands ihrer Eltern begannen Otto und Jiří mit elf Jahren ihre Ballett-Ausbildung am Prager Konservatorium. 2001 gewann Jiří Bubeníček im Bolschoi Theater den renommierten Prix Benois de la Danse als bester Tänzer der Welt. Der Weg zum Weltruhm war geebnet als John Neumeier die Ballett-Zwillinge 1993 ins Ensemble des Hamburg Balletts holte.

In der Rolle des Tanzgenies Vaslav Nijinsky feierte Jiří dort seinen bislang größten Erfolg. Seit 2006 ist er als erster Solist an der Semperoper in Dresden. Er brillierte unter anderem bei Gastauftritten an der Pariser Oper, 2009 bebte das Prager Nationaltheater zwei Abende unter den stehenden Ovationen für Bubeníček and Friends und im Januar 2010 begeisterten Jiřís Choreographien und Ottos Musik im Saitama Art Theater in Tokyo. Der 36-jährige Jiří kreierte als Choreograph neue Stücke wie Toccata für das New York City Ballet, Unerreichbare Orte für das Hamburg Ballett und Graffity für die Laterna Magika in Prag. 2005 drehte Arte einen Dokumentarfilm über Otto und Jiří Bubeníček.

Übersetzung: Martin Nejezchleba

Copyright: Goethe-Institut Prag
August 2010

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