Martin Hof


1) Was ist für Sie „typisch tschechisch“?
Braten, Knödel, Bier.
2) Was ist für Sie „typisch deutsch“?Braten, Knödel, Bier. Ich bin Bayer!
3) Welchen Einfluss übt Tschechien auf Ihr Schaffen oder Ihr Leben aus?Ich habe gelernt, das eigene Schaffen mit Bescheidenheit und Selbstkritik zu sehen.
4) Mit wem in Tschechien würden Sie gerne einen Tag tauschen?Mit meiner Frau.
5) Was verbindet Ihrer Meinung nach Tschechen und Deutsche?Die Art zu denken. Beispielsweise lassen sich viele Volksweisheiten Wort für Wort übersetzen. Das Tschechische ist zwar eine ganz andere Sprache, aber die Denkweise ist sehr ähnlich.
6) Was war Ihr schönstes Erlebnis in Tschechien?Die Ankunft unseres Sohnes.
7) Was war Ihr unerfreulichstes Erlebnis in Tschechien?Leider stieß ich mehrfach auf grobes Fehlverhalten im Gesundheitswesen, das mit Ärztearroganz und -ignoranz abgetan wurde.
8) Haben Sie einen Lieblingsort in Tschechien?Jevanské údolí bei Prag – dort steht unser Wochenendhaus.
9) Auf was könnten Sie in Tschechien gerne verzichten?Auf einen besonderen Charakterzug, dem man leider immer wieder begegnet. Auf Tschechisch heißt er vyčúranost. Er beschreibt eine spezifische Mischung von geschickten, geschäftstüchtigen, billigen, unfairen und würdelosen Verhaltensweisen. Interessanterweise kann dieser Ausdruck nicht direkt in andere Sprachen übersetzt werden.
Und noch etwas aktuelleres: Der Anblick tschechischer Neureicher ist nur schwer auszuhalten. 10) Welche Gewohnheit oder Idee aus Tschechien würden Sie gerne in Deutschland übernehmen?
Die Geselligkeit und Freundlichkeit, die zum großen Teil noch immer keine Klassenunterschiede kennt. So können in einer klassischen hospoda (Gasthaus, Anm. d. Red.) ein Arzt und ein Arbeiter nebeneinander sitzen und sich gut unterhalten. Auch ein deutscher Wissenschaftler kann sich darunter mischen und wird positiv aufgenommen.
Martin Hof im Porträt
Die Liebe führte Martin Hof vor 17 Jahren an die Moldau. 2006 wurde ihm vom Staatsoberhaupt der Tschechischen Republik auf der Prager Burg die Professorenwürde verliehen und heute unterrichtet der 47-Jährige Physikalische Chemie an der Technischen Hochschule und der Karls-Universität in Prag, an der Palacký-Universität in Olomouc sowie an der Südböhmischen Universität in České Budějovice.
Martin Hof ist Vizedirektor des Jaroslav Heyrovský-Instituts für Physikalische Chemie an der tschechischen Akademie der Wissenschaften. Dort entwickelt er mit seinen Mitarbeitern neue Methoden der Spektro- und Mikroskopie. Nach seiner Habilitation an der Ludwig-Maximilian Universität in Würzburg führte ihn eines seiner Post-Doc-Stipendien in die USA und zu seiner jetzigen Frau Iveta.
Seit 1993 ist Martin Hof in der Tschechischen Republik. Mit seiner Frau Iveta und seinem Sohn Maxim lebt er im Prager Stadtteil Libeň.
Copyright: Goethe-Institut, Prag
Januar 2011
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