Die Festivalsektion DIE REBELLEN zeigt Menschen, die den Mut aufbringen, zu ihren Überzeugungen zu stehen und gegen den Strom zu schwimmen. Das preisgekrönte Spielfilmdebüt von Dokumentarfilmer Andres Veiel mit dem vielsagenden Titel Wer wenn nicht wir ist eines der Highlights dieser Sektion. Der Film wurde in diesem Jahr mit dem Deutschen Filmpreis in Bronze ausgezeichnet und gewährt bewegende Einblicke in die Zeit vor dem Deutschen Herbst im Jahre 1977 und in eine extreme Liebesbeziehung, die eng mit der Vorgeschichte des RAF-Terrorismus verbunden ist. Direkt aus dem Wettbewerb des diesjährigen Filmfestivals in Karlovy Vary kommt Lollipop Monster. Zwei verbündete Freundinnen, die sich gemeinsam vehement gegen das Schweigen und die Kälte ihrer Umwelt zur Wehr setzen, sind die Hauptfiguren dieser mit Comic- und Videoclip-Anleihen gespickten, wilden Coming-of-Age-Geschichte. Großes Kino aus Deutschland ist Chris Kraus’ Poll über die Umwälzungen in Europa im Sommer 1914, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Das Leben auf dem estnischen Landgut Poll verändert sich für immer, als sich die 14-jährige Aristokratentochter Oda entscheidet, einem schwer verwundeten estnischen Anarchisten und Schriftsteller zu helfen.
Die österreichische Regisseurin Marie Kreutzer bringt ihr Debüt Die Vaterlosen nach Tschechien. Der Film lief heuer im Wettbewerb der Berlinale und auf der Grazer Diagonale 2011, wo das intime Drama gleich vier Preisen erhielt. Vier Geschwister sind bis heute emotional gezeichnet von ihrer Kindheit in einer Hippie-Kommune unternehmen gemeinsam eine bewegte Reise in die eigene Vergangenheit, über der wie ein Schatten ein Geheimnis ihrer Eltern liegt.
Die Filme in der Sektion DIE SCHWELLE zeigen Menschen, die an einer Schwelle stehen – an der Schwelle zwischen Glück und Unglück, zwischen Realität und Fantasie, zwischen Leben und Tod. Der Schweizer Film Stationspiraten erzählt von fünf Jugendlichen auf einer Krebsstation. Wie gehen sie damit um, an der Schwelle zu einer anderen Welt zu stehen? Im Film Tod nach Plan hingegen entscheidet sich ein renommierter Schweizer Arzt bewusst für den Tod anstelle eines Lebens mit psychischer Krankheit. Ganz frisch in die tschechischen Kinos kommt außerdem der erfolgreiche Schweizer Thriller Sennentuntschi von Regisseur Michael Steiner. Die Geschichte über Lust und Wahnsinn, Vertrauen und Verrat ist Horror und Nervenkitzel vor der Kulisse der Schweizer Alpen. In Mein bester Feind von Erfolgsregisseur Wolfgang Murnberger liefern sich die beiden hervorragenden Schauspieler Moritz Bleibtreu und Georg Friedrich ein Katz-und-Maus-Spiel und schaffen auf ihrer Jagd nach der Wahrheit, der Kunst und der Liebe ganz großes Kino.
Mit der Sektion DIE MAUER soll an die Errichtung der Berliner Mauer vor 50 Jahren erinnert werden. Die Filme in dieser Sektion bieten jedoch ganz und gar keinen vereinfachenden oder verharmlosenden Blick auf die Vergangenheit der Deutschen, sondern zeigen ein breites Spektrum an filmischen Annäherungen an das Thema Mauerbau. So präsentiert DAS FILMFEST die ungewöhnliche Roadmovie-Satire Sonntagsfahrer von Regisseur Gerhard Klein, der mit ironischem Unterton die Absurditäten des Lebens in den 60er Jahren östlich der Mauer zeigt. Der Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase erhielt letztes Jahr auf der Berlinale den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk (Sommer vorm Balkon, Whisky mit Wodka usw.).
In der Sektion DIE DOKU stellt DAS FILMFEST eine Auswahl der interessantesten Dokumentarfilme vor. Die Sektion hat bereits Tradition und die Filme zählen jedes Jahr zu den Publikumsmagneten. Hier wird z. B. der österreichische Dokumentarfilm Bock for President zu sehen sein, über die Wienerin Ute Bock, die sich mit ihrem Verein für Flüchtlinge einsetzt und zeigt, wie viel das Engagement eines Einzelnen bewegen kann. Der Film Tinguely erzählt die ergreifende Lebensgeschichte des großen Schweizer Künstlers Jean Tinguely. In seinem unkonventionellen Film Unser Garten Eden gibt Regisseur Mano Khalil Einblicke in das multikulturelle Zusammenleben in einer Schweizer Schrebergartenkolonie, in der alteingesessene Schweizer und Immigranten aus 20 verschiedenen Ländern aufeinander treffen.












