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AUF DEN FLÜGELN DES SCHENKENS

Foto: Krilca

AUF DEN FLÜGELN DES SCHENKENS

Das slowenische Projekt Krilca bietet Geschenke an, die dreifach Gutes bewirken: Sie bringen den Beschenkten Freude, dienen einem guten Zweck und verringern die Belastung der Umwelt.

Krilca, auf Deutsch „Flügelchen“, ist ein Projekt der slowenischen Stiftung Umanotera, die sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzt. Die Stiftungsleiterin Gaja Brecelj hat das Projekt initiiert. Bereits seit 1996 sei „die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung in Slowenien unsere Vision. Als Stiftung sind wir landesweit – mit Berücksichtigung des globalen Kontextes – tätig“, sagt Gaja.

Krilca ist der erste slowenische Katalog „ethischer“ Geschenke. Jedes der derzeit 14 Geschenke im Katalog bezieht sich auf die Realisierung eines Hilfsprojekts oder die Unterstützung bei der Übernahme einer sozialen Verantwortung – sei es in Slowenien oder in Ländern wie etwa Bangladesch und Peru.

Weltweite Unterstützung von Hilfsprojekten

Ob Hilfe bei der Schulausbildung für Kinder in Ghana, die Förderung von Tagesausflügen und Reisen für Kinder aus weniger privilegierten Haushalten in Slowenien, Unterstützung beim Schutz von Schildkröten in Peru, oder die Räumung von verminten Gebieten in Bosnien, auf denen der Krieg im ehemaligen Jugoslawien mehr als zwei Millionen Minen hinterließ – all das bietet Krilca zum Verschenken an. „Im Laufe der Jahre verändert sich die Liste der Geschenke, denn wir finden es wichtig, dass wir auf aktuelle problematische Situationen reagieren“, erklärt Gaja.

  • Foto: Krilca

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Praktisch geht das so: Sie wählen ein Geschenk aus dem Online-Katalog, tragen die Daten des Empfängers ein und wählen die Zahlungsmethode. Der Empfänger erhält eine digitale E-Card oder eine Glückwunschkarte per Post, zusammen mit einer Illustration der Künstlerin Meta Wraber. Das Geld für das Geschenk kommt dem ausgewählten Projekt zugute.

Transparenz der Finanzen

Der Stiftung ist besonders die Transparenz der Finanzen ein Anliegen, da diese in den letzten Jahren besonders bei humanitären Organisationen in Frage gestellt wurden. Auf der Internetseite von Krilca kann man daher immer aktuelle Finanzstatistiken einsehen. So kann man etwa erfahren, dass von November 2007 bis Dezember 2015 genau 7.694 Geschenke erworben wurden.

Eines der wichtigsten Merkmale auch vieler anderer Projekte von Umanotera ist laut Gaja „eine positive Einstellung, was bedeutet, dass wir und nicht nur mit der Erkenntnis eines Problems zufrieden geben, sondern an der Lösung des Problems interessiert sind - und was noch wichtiger ist: die tatsächliche Umsetzung dieser Lösungen durch die Integration anderer Akteure.“

Exzesse des Konsumismus

Konsumismus in der derzeitigen exzessiven Form und dessen Folgeschäden: auch das war 2007 einer der Gründe für die Initiierung von Krilca. Das Projekt steht unter dem Motto: „Ihr Geschenk kann wunderbare Folgen haben.“ Laut Gaia steht Krilca „für Werte, die in der verbrauchsorientierten Welt an den Rand gedrängt sind. Natürlich sind wir uns bewusst, dass Krilca globale Probleme nicht lösen wird, und dass dieses Projekt ein winziger Stein in einem großen Mosaik ist. Aber für uns ist es wichtig, Probleme mit einem konkreten Verfahren anzugehen. So ermöglichen wir es allen, die gerne etwas Gutes tun wollen, aber wenig Zeit oder keine Ideen für die Umsetzung haben, auf ganz einfache, aber effektive Weise zu helfen.“

Und damit kann das Leben eines Kindes, Tieres oder einer Gemeinschaft gesünder, glücklicher und reicher werden – oder in anderen Worten: einfach besser.



    Zur Geschichte

    Mai 2016
    Öffentlichkeitsarbeit
    Slowenien, Ljubljana

    Krilca
    Umanotera

    Autorin

    Pina Gabrijan
    ist Kulturwissenschaftlerin und freiberufliche Journalistin in Slowenien.

    Übersetzerin

    Pina Gabrijan

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