Kultur

Final Fiction

Die zehntbeste Band Mitteleuropas

Final Fiction (Foto: Zdeněk Potočník)
Sieben Jahre Bühnenerfahrung, unzählige Konzerte, Teilnahme an Musikwettbewerben in Tschechien und im Ausland. Gitarrenmusik, die abgeht, und die charakteristische, klare Stimme von Sängerin Freya. All das beschreibt die Band Final Fiction aus Břeclav. Das ist aber nicht alles, also versuchen wir gemeinsam mit Freya herauszubekommen, was Final Fiction noch zu bieten haben.

Beginnen wir mit ein wenig Geschichte. Wie ist es überhaupt zur Bandgründung gekommen? „Naja, zu der Zeit bin ich gerade von Ostrava nach Brno gezogen und kannte dort niemanden. Zufällig suchte eine Jazzband gerade eine neue Sängerin, also habe ich mich da gemeldet. Eine Weile bin ich mit der Band aufgetreten, aber nach einiger Zeit habe ich den Gitarristen ‚gestohlen‘, und gemeinsam mit dem Schlagzeuger Dworis entstand dann im Sommer 2004 das Projekt Final Fiction“, verrät Freya, die zierliche Blondine mit der göttlichen Stimme.

Im Übrigen ist sie gemeinsam mit dem Gitarristen, der sich Synapse 5 nennt, das einzige Bandmitglied, das von Beginn an dabei ist. „Unser Bassisten-Verschleiß war ganz schön hoch, mal stimmte die Chemie einfach nicht, dann war die Freundin des Bassgitarristen auf mich eifersüchtig, ein andermal verstanden wir uns musikalisch nicht. Schließlich kam 2007 EPS zu uns, der bis heute geblieben ist.“ Veränderungen gab es nicht nur auf der Position des Bassisten, auch Drummer Dworis verließ die Band nach einiger Zeit. Am Schlagzeug von Final Fiction sitzt jetzt Standa.

Sieben Jahre Final Fiction bedeuten aber nicht nur Veränderungen in der Besetzung, sondern auch unzählige Stunden im Studio. Diese sensationelle Emo-Rock-Band hat bereits vier EPs produziert. Die jüngste Aufnahme erschin im März 2011 und trägt den Titel Shattered Wings. Darauf ist auch der Song Two Sides, zu dem die Band vor kurzem einen Videoclip drehte. Wenn wir schon von den Liedern sprechen, wer ist verantwortlich für Texte und Musik?
„Die Musik schreiben wir meistens gemeinsam mit dem Gitarristen im Probenraum. Ich komme mit einem Gesangsmotiv, und je nach Stimmung der betreffenden Komposition fülle ich es dann mit Worten. Die Texte schreibe ich, die Inspiration kommt aus dem Alltag, aber trotzdem sind unsere Texte meistens abstrakt. Vielleicht finden sich auch deshalb viele Menschen darin wieder. Oft kommt jemand und sagt mir, dass der Text ganz genau seine Gefühle ausdrückt. Das freut mich immer sehr!“

Es darf auch nicht vergessen werden, dass Final Fiction nicht nur in Tschechien auftreten. Mit ihrem Talent, dem originellen Sound und der unglaublichen Energie und Atmosphäre haben sie nicht nur englische Kritiker aufhorchen lassen, sondern auch die internationale Jury des International Live Award-Wettbewerbs beeindruckt. „2009 sind wir beim ersten Mal gleich ins Halbfinale gekommen, wir waren gesetzt. Wir spielten ein Konzert im Wiener Gasometer und erhielten schließlich den Jurypreis für die beste ILA-Konzert-Band. Insgesamt belegten wir den 27. Platz. Dieses Jahr haben wir uns von selbst angemeldet, kamen bis ins Finale und belegten in der Endabrechnung den 10. Platz aller Bands aus Mitteleuropa“, sagt Freya stolz. Und von 6000 Bands den 10. Paltz zu belegen, ist ein wirklich ein großartiges Ergebnis.

Jetzt haben wir ein wenig über die Geschichte und die Charakteristik der Band gesprochen, aber was können wir von Final Fiction in Zukunft noch erwarten? Auf jeden Fall wollen sie so früh wie möglich neues Material fürs Studio zusammenzustellen, vielleicht einen neuen Clip drehen und vor allem mit der Band Crash Road die gemeinsame Schizophrenie Tour unternehmen. „Viele Leute vergleichen uns mit Crash Road und behaupten, dass wir uns ähneln. Deshalb hatte deren Managerin die Idee, diese Tournee zu veranstalten, damit jeder sehen kann,wie verschieden wir sind.“

Wenn ihr diese vielversprechende und großartige Band live erleben wollt, dann schaut euch unter www.finalfiction.cz die Konzerttermine an. Vielleicht macht ja die Schizofrenie Tour auch in eurer Stadt Station.

Irena Šovčíková
Übersetzung: Ivan Dramlitsch

Copyright: Goethe-Institut Prag
September 2011
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