Deutschlehrerpreis 2013/2014

Die Preisträger 2014

Vorstellung der Preisträgerarbeiten in der Kategorie „Grundschule“

1. Preis: 20.000 CZK
Lucie Čechová, ZŠ a MŠ Litoměřice
Projekt: „Rasende Schüler“
Foto: Miguel Alonso; © Goethe-Institut

Das Unterrichtsprojekt der Gewinnerin des ersten Preises zeigt beispielhaft, wie man Schülerinnen und Schüler, die erst seit wenigen Wochen Deutsch als zweite Fremdsprache mit jeweils 2-3 Wochenstunden erlernen, für die deutsche Sprache motivieren kann. Frau Lucie Čechová von der Grund- und Mittelschule Lingua Universal Litoměřice konnte bereits beim ersten Durchgang des Wettbewerbs 2013 einen Preis gewinnen. Beim diesjährigen Wettbewerb zeigte sie erneut, wie herausragend aktiv und engagiert sie ist. Ihr ausgezeichnetes Projekt Rasende Schüler umfasste eine eigene Unterrichtsreihe für Lernanfänger, die Lucie Čechová für ihre Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse entwickelt hat. Das gesamte Konzept besteht aus einer schülergerechten Landeskundevermittlung, der Einbindung einer eigens für diese Klasse entwickelten Internetseite auf A1-Niveau und außerdem aus dem Einsatz eines mit Liebe zum Detail und mit viel Kreativität entwickelten Sprachlernspieles zur Landeskunde der deutschsprachiger Länder.
Lucie Čechová: „Es geht nicht nur um die Sprache, aber auch um das Verhältnis zu ihr.“

2. Preis: 15.000 CZK
Jitka Boučková, Grundschule der deutsch-tschechischen Verständigung Prag
Projekt „Als Oma klein war“
Foto: Miguel Alonso; © Goethe-Institut

Mit dem 2. Preis wurde Jitka Boučková von der Grundschule der deutsch-tschechischen Verständigung in Prag prämiert. Bei dem eingereichten Projekt Als Oma klein war hat die Preisträgerin mit 25 zehnjährigen Schülerinnen und Schülern der 4. Klasse Seniorinnen und Senioren in einem Prager Altenheim aufgesucht. Die Kinder haben durch intensive Gespräche mit den Senioren unter Zuhilfenahme der Techniken der sogenannten „Reminiszenzmethode“ Erfahrungen und Erinnerungen der alten Menschen gesammelt und dann in gemeinsamer Recherche Bilder und weitere Informationen zu den Lebensstationen der befragten Senioren auf Deutsch und Tschechisch zusammengestellt und präsentiert.

3. Preis: 10.000 CZK
Hana Vošahlíková, ZŠ Chyšky
Projekt: „Deutsch ist cool”
Foto: Miguel Alonso; © Goethe-Institut

Die Gewinnerin des dritten Preises reichte ein Unterrichtsprojekt ein, das ganzjährig verlief und aus einer Reihe unterschiedlicher Aktivitäten bestand. Damit konnte Frau Hana Vošahlíková von der Grundschule in Chyšky jahrgangs- und klassenübergreifend viele Schülerinnen und Schüler erreichen. Bei Deutsch ist cool arbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit populären digitalen Medien und modernster Informationstechnologie. Beim E-Twinning Projekt Weihnachtskarten beispielsweise haben die Kinder virtuell gearbeitet, aber auch wirkliche Karten bekommen.

Sonderpreis
Kateřina Kozáková, ZŠ a MŠ Pod Ralskem
Projekt: „Projektwoche gegen Rechts: Demokratie will gelernt sein!“
Foto: Miguel Alonso; © Goethe-Institut

Kateřina Kozáková ist die diesjährige Gewinnerin des Sonderpreises, den das österreichische Bundesministerium für Bildung und Frauen, Referat Kultur und Sprache zur Verfügung stellt. Sie reichte zusammen mit ihrer Kollegin Jana Honzátková ein Projekt mit gesellschaftspolitischem Bezug ein. Bei Gegen Rechts – Demokratie will gelernt sein konnten sich die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen der Grund- und Mittelschule Pod Ralskem in Mimoň bei einer gemeinsamen Projektwoche mit bayrischen und sächsischen Schulklassen austauschen. Dabei gingen sie der Frage nach, wie Rechtsextremismus sich heute darstellt und wie rechtsextremes Denken im Ansatz verhindert werden kann.

Vorstellung der Preisträgerarbeiten in der Kategorie „Mittelschule/Gymnasien“

1. Preis: 20.000 CZK
Hana Kubálková, SOŠ Obchodu Plzeň
Projekt: „Heraus mit der Sprache!“
Foto: Miguel Alonso; © Goethe-Institut

Der 1. Platz in der Kategorie Mittelschule/Gymnasium ging in diesem Jahr nach Pilsen an Frau Hana Kubálková von der Fachmittelschule für Handel, angewandte Kunst und Design. Die Siegerin reichte ein Konzept ein, das aus einem Jahr voller Aktivitäten, Projekten und Schülerbegegnungen bestand. Frau Kubálková hat die Methode des kommunikativen Fremdsprachenunterrichts zu ihrem Standard gemacht und animierte ihre Schülerinnen und Schüler auf vielfältige Weise mit der Deutschen Sprache „herauszukommen“. Zu ihren Bausteinen gehörten Schülerarbeiten, die im öffentlichen Raum der Stadt Pilsen erstellt wurden, ein Imagefilm auf Deutsch, der die eigene Schule vorstellt, themenbezogene online-Chats mit Schülern einer deutschen Partnerschule, Teilnahme der Schüler an der Deutscholympiade, Organisation von freiwilligen dreiwöchigen Berufspraktika in Jena u.v.m.
Hana Kubálková: „Auf die persönliche Einstellung kommt es an.“

2. Preis: 15.000 CZK
Ludmila Divišová, Handelsakademie und Sprachschule Šumperk
Projekt: „Nur unterrichten reicht heute aber nicht mehr“
Foto: Miguel Alonso; © Goethe-Institut

Den 2. Platz in dieser Kategorie vergab die Jury an Ludmila Divišová von der Handelsakademie und Sprachschule in Šumperk. Frau Divišová überzeugte die Jury dadurch, dass Sie eine Projektreihe einreichte, die aus einem Bündel an Unterrichtsmaßnahmen besteht. Damit versuchte diese engagierte Lehrerin, das gesamte Schuljahr hindurch die Schülerinnen und Schüler an ihrer Handelsakademie für das Fach Deutsch zu begeistern und zum Einsatz des Deutschen im schulischen Alltag und darüber hinaus zu ermutigen. Ihre Projektreihe Nur unterrichten reicht aber heute nicht mehr! ist deshalb beispielgebend.

3. Preis: 10.000 CZK
Vladimir Matička, SOSVDF Varnsdorf
Projekt: „Vom Leinen zum Stoff…”
Foto: Miguel Alonso; © Goethe-Institut

Herr Vladimir Matička von der Höheren Fach- und Mittelschule Varnsdorf gewann mit seinem grenzüberschreitenden Projekt „Vom Leinen zum Stoff…“ den dritten Platz. Die Schülerinnen und Schüler konnten bei diesem Projekt den Weg des Rohstoffes Leinen vom Wachstum über die Ernte, den Spinnprozess, das Weben bis hin zum Nähen einer Hose nachvollziehbar miterleben. Die Schülerinnen und Schüler aus Varnsdorf und dem grenznah in Sachsen gelegenen Ort Seifhennersdorf zogen damit symbolisch dem tschechischen Maulwurf des 2011 verstorbenen Zeichners Zdenek Miler eine neue Hose an, die dieser in einem der beliebten Kinderzeichentrickfilme zerrissen hat. Das Unterrichtsprojekt zeigt den praktischen Nutzen, der mit Deutschunterricht an Berufsschulen erreicht wird und demonstriert, wie wichtig das Beherrschen der deutschen Sprache für die Förderung des interkulturellen Austausches im grenznahen Raum ist.