Nora Ikstena (Lettland) – Porträt

Nora Ikstenas Weg zum Ruhm ist geradlinig. Ausgezeichnete Noten in der Schule, Studium der Philologie, Betreuung der Rundschau-Rubrik bei der Literaturzeitschrift Karogs, zwischendurch Studium an der University of Missouri, Columbia.

Die eigentliche literarische Bühne betrat sie 1993 mit einer Biographie; es folgten zwei Bände mit Kurzgeschichten und 1998 der Durchbruch mit dem Episodenroman Dzīves svinēšana (Lebensbegängnis), der mit mehr als 50.000 verkauften Exemplaren der lettische Bestseller der Nachwendezeit ist und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Seitdem legt die Autorin etwa jährlich ein Buch vor – seien es Kurzgeschichten, Märchen, Romane oder biographische Arbeiten. Nebenbei besorgte sie die Herausgabe der Gesammelten Werke ihres literarischen Mentors Dzintars Sodums, den sie überdies aus dem amerikanischen Exil zurück nach Lettland holte, in ihr Haus aufnahm und bis zu seinem Tod gemeinsam mit ihrer Familie aufopferungsvoll betreute und pflegte.

Nora Ikstenas Initiative verdanken das Lettische Literatur Centrum, das Internationale Schriftsteller- und Übersetzerhaus in Ventspils und das jährlich stattfindende Festival Prozas lasījumi (Prosalesungen) ihre Existenz. Seit 2003 ist sie Mitglied des Nationalen Kulturrats und war zeitweise dessen Vorsitzende, sie schreibt Konzepte und Skripts für Dokumentarfilme, Musikprojekte und Großevents, aber auch Reisekolumnen in einer großen Tageszeitung. Die Summe all ihrer Aktivitäten macht sie zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten des lettischen Kulturlebens. Auch wenn sie sich vor einigen Jahren aus der aktiven Kulturpolitik zurückgezogen hat, nimmt Ikstena kein Blatt vor den Mund, wenn es darauf ankommt – so setzt sie sich in ihrem Wohnort Ikšķile engagiert für den Erhalt des historischen Kulturhauses ein, das durch Vetternwirtschaft vom Abriss bedroht ist und einem Neubau weichen soll.

Nora Ikstena; Foto: © Matthias Knoll
Nora Ikstena

geboren 1969
lebt in Ikšķile

letzte Buchveröffentlichung: Amour Fou jeb Aplamā mīla 69 pantos (2009)

Mehr zur Autorin:
www.literature.lv