Mitwirkende

Martin Smolka, Tschechische Republik

Martin Smolka Martin Smolka (*11.08.1959 in Prag) studierte Komposition an der Prager Akademie der Künste, wichtiger für ihn aber war der private Unterricht bei Marek Kopelent. 1983 war Smolka Mitgründer des Agon-Ensembles, das sich auf die musikalische Avantgarde der Gegenwart und Vergangenheit konzentriert. Als künstlerischer Leiter und als Interpret (präpariertes Klavier) blieb Smolka bis 1998 mit dem Agon-Ensemble verbunden. Im Rahmen der Projekte dieses Ensembles engagierte sich Smolka für die Erforschung und theoretische Reflexion tschechischer Avantgarde-Strömungen wie der Vierteltonmusik und der neuen Musik der sechziger Jahre. Er interessierte sich auch für grafische Partituren und musikalische Konzepte und 1996 verfasste er gemeinsam mit Petr Kofroň die Buch- und CD-Veröffentlichung Graphic Scores and Concepts (auf Tschechisch und Englisch).

Smolkas Werke wurden von renommierten internationalen Festivals (Warschauer Herbst, Donaueschinger Musiktage, Eclat Stuttgart, Wittener Tage für neue Kammermusik, Berliner Musik-Biennale, Nov-Antiqua Köln, musica viva München, Prager Frühling, Bang on a Can-Marathon New York, Aksamitna Kurtyna Krakau, Festival Rümlingen, Klangspuren Schwaz) in Auftrag gegeben. Viele Werke trug des Agon-Ensemble auf anderen wichtigen Festivals vor (u. a. Berliner Festwochen, Budapester Frühling, South Bank Centre London, Musique Actuelle Victoriaville Canada, Rotefabrik Zürich, Melos-Ethos Bratislava, Festivals in Vilnius, Tallinn, Reykjavik, Paris). Seit 2000 werden Smolkas Partituren von Breitkopf & Härtel herausgegeben.

Neben seiner kompositorischen Tätigkeit tritt Smolka mit musikalischen Improvisationen bei Theaterprojekten auf – so für das Vizita-Theater von 1983 bis 1986 und erneut seit 2002 bis 2005, für Ivan Vyskocils Kuchyň [Küche] 1988/89 und für das Theaterstudio Čisté radosti [Reine Freude] von 1994 bis 2001. Für die CD Horská karavana [Bergkarawane] arbeitete er 2001 als Bearbeiter und Interpret im Ensemble des chinesischen Sängers Feng-jün Song zusammen. Daneben schrieb Smolka verschiedene Schauspielmusiken (Nachové plachty [Scharlachrote Segel] für das Theater-Ensemble der Forman Brüder) und Filmmusiken (Vojtěch řečený sirotek, reg. Zdeňek Tyc, 1989; Sentiment, reg. Tomáš Hejtmánek, 2002-3; Kousek nebe, 2005, reg. Petr Nikolaev; Zlatá karta, reg. Petr Nikolaev, 2005). Die Filmmusik für Kousek nebe wurde 2005 für den jäherlich vergebenen tschechischen Filmakademiepreis nominiert.

In den letzten Jahren stellte er seine Werke in zahlreichen Vorträgen vor, unter anderem in den Musikakademien in Montreal, Prag, Brünn, Zürich, Winterthur, Würzburg, Kattowitz und Krakau. Er war auch Vorleser verschiedener Meisterkurse für Komposition in Ostrava, Trstěnice und Český Krumlov. 1999 wurde er zum Mitglied der Jury des internationalen Serocki Kompositionswettbewerbs berufen, der von der polnischen Abteilung der ISCM veranstaltet wird; 2006 war er Jurymitglied des ersten internationalen Kompositionswettbewerbs "Alexander Moyzes" und 2007 war er Jurymitglied der BMW Kompositionspreise der musica viva. Seit 2003 lehrt Smolka an der Janáček-Akademie in Brünn.

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