Die Konferenz


Zur Rolle des Tieres in bildlicher Repräsentation


Prag, Nationalgalerie, 15. Mai 2015
Englisch und Tschechisch mit Simultanübersetzung
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Die eintägige Konferenz Portraying Animals beschäftigte sich mit der Rolle von Tieren in der zeitgenössischen Kunst. Dabei ging es im Besonderen um Tierporträts, die das Verhältnis von Mensch und Tier in Frage stellen. Welche Rolle spielen die Modelle, Tiere aus Fleisch und Blut, bei der Herstellung dieser Bilder?

Die zeitgenössische Kunst liebt Tiere: Zunehmend beherrschen auch non-human animals ihre Bilder, Filme, Fotografien, Skulpturen und Performances. Warum ist das so? Woher kommt das aktuelle Bedürfnis, sich neue Bilder vom Tier zu machen? Vielleicht weil wir derzeit gar nicht genau wissen, was ein Tier eigentlich ist. Unsere Begriffe vom Tier sind durcheinander geraten. Das Verhältnis ist kompliziert geworden.

In Anlehnung an die Philosophie Donna Haraways stellen wir die menschliche Sonderstellung sowie die Spaltung der Welt in Natur und Kultur in Frage. Human nature is an interspecies realtionship. Aber wie?

Wenn es kompliziert wird, tritt die Kunst auf den Plan. Sie sondiert das Feld der philosophischen Vagheiten und entwirft Bilder von möglichen Wirklichkeiten. Im Bezug auf Tiere geht es dabei oft um das Verhältnis zum Menschen. Wo liegen die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede? Was bedeutet das für unseren Umgang mit ihnen? Wie zusammenleben?

Hier ist das Genre des Tierporträts besonders interessant: Das Porträt zeigt nicht einfach irgendein Tier – es zeigt immer dieses eine Tier. Es gibt ihm ein Gesicht, eine individuelle Haltung und wirft damit Fragen nach seiner Biografie, seinem Charakter, seinen Leidenschaften auf. Kurz: Es verleiht ihm Subjektivität.

Beim Tierporträt stellt sich zudem die Frage: Welche Rolle spielt das Modell für seine Darstellung? Worin besteht der praktische Beitrag der echten Tiere aus Fleisch und Blut zu ihrer Bildwerdung? Welchen Einfluss haben sie auf das Ergebnis? Letztendlich: Sind die Tiere Material oder Mitwirkende der künstlerischen Arbeit?