Marco Stella

© Pavlina Jachimova
© Pavlina Jachimova

Die Bedeutung des Salamanders. Andrias scheuchzeri in der tschechischen Kultur und Wissenschaft des 20. Jahrhunderts

Marco Stella

Eine unwahrscheinliche und überraschend starke materiale und semiotische Beziehung verbindet Tschechien mit den riesigen Andrias-Salamandern. Diese größten lebenden Amphibien, ursprünglich aus Asien, wurden zu starken Zeichen im Spiel von Identität und Alterität in der tschechischen Kultur und Wissenschaft. Von Čapeks dystopischem Roman „Krieg mit den Molchen“ (1936) bis zu beachtlichen Salamander-Populationen im Keller der naturwissenschaftlichen Fakultät in Prag, bevölkern diese unmöglichen Kreaturen die realen und imaginären Räume Tschechiens im 20. Jahrhundert. Der Vortrag kartographierte ihre Wege und hat den Versuch unternommen den Versuch, die merkwürdige gegenseitige Hingabe von Menschen und Amphibien zu erklären.

Dr. Marco Stella studierte Anthropologie an der Univerzita Karlova (Karlsuniversität) in Prag. Seine Forschungsinteressen betreffen die Geschichte der Biologie und Anthropologie, besonders die Rolle von Tieren und Tierbildern in den Naturwissenschaften. Stella unterrichtet an der geisteswissenschaftlichen und der naturwissenschaftlichen Fakultät der Univerzita Karlova, wo er zudem als Kurator des Hrdlička Museum of Man arbeitet. Er ist Herausgeber der Reihen Andrias und Nonhumans in Social Science. Sein aktuelles Forschungsprojekt beschäftigt sich mit anthropomorphen Interpretationen tierlichen Verhaltens um 1900.
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