Ungarn

Bildung als Fundament für ein glückliches Leben

© Goethe-Institut
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Kann man in der Schule lernen, glücklich zu sein? Wie lernen wir am besten und welcher Zusammenhang besteht zwischen Bildung und einem erfüllten Leben? Workshop und Podiums-
gespräch mit Experten aus Deutschland und Ungarn – nicht nur für Pädagogen!

18.10.12, ganztägig
Goethe-Institut Budapest, Ráday u. 58, 1092 Budapest

Referenten

Dr. Karl Gebauer, Pädagoge
Neugierig bleiben! Bedingungen für eine gelingende Entwicklung

„Kinder werden als Entdecker geboren. Sie wollen lernen und ihre Welt erkunden. Treibende Kräfte sind ihre Neugier und ihre Eigenaktivität. Sie können erfolgreich sein, wenn sie Lernen als ihre eigene Sache begreifen.“ Dr. Karl Gebauer hat 35 Jahre lang als Lehrer gearbeitet, davon 25 Jahre als Schuldirektor. Während dieser Zeit hat er seine Beobachtungen in 28 Tagebüchern festgehalten. Diese bilden die Grundlage seiner heutigen Arbeit. Seit 30 Jahren ist er in der Lehrerausbildung tätig und arbeitet mit Psychotherapeuten und Gehirnforschern zusammen. Sein Credo ist: „Kinder bleiben nur dann Entdecker, wenn man ihnen die Möglichkeit zu selbstbestimmtem Lernen eröffnet.“
Vortrag

Reinhard Kahl, Journalist, Filmemacher
Fässer füllen oder Flammen entzünden? – Vortrag mit Filmen

Der Schriftsteller, Arzt und Priester François Rabelais schrieb bereits vor 500 Jahren, „Kinder wollen nicht wie Fässer gefüllt, sondern wie Fackeln entzündet werden.“ Dass man Schülerinnen und Schüler ebenso wenig wie junge Erwachsene wie Fässer füllen kann, ist das Motto für eine Renaissance der Bildung und die (Wieder)Entdeckung, dass Lernen nicht die passive Seite von Belehrung ist, sondern eine konstruktive Leistung aktiver Individuen, von denen allerdings jedes etwas anders tickt. Aber warum ist die Verführung, Fässer zu füllen, so groß? Man glaubt dann, nichts falsch zu machen, auch wenn am Ende dieses Nummer-Sicher-Weges häufig der Verdruss am Lernen und manchmal sogar Lernbulimie stehen. Was wäre demgegenüber nachhaltiges Lernen? Wie bildet sich eine Biographie? Wie wird Lernen zum großen Projekt des eigenen Lebens? Und wie arbeiten Schulen und andere Bildungseinrichtungen, die mit einem Lernvirus infizieren, statt abzufüllen?
Vortrag

Dr. Emil Gaul, Dozent, Lehrstuhl für Visuelle Kultur, Hochschule von Nyíregyháza
Es geht um mich - Methoden eines schülerorientierten Unterrichts

In den frühen didaktischen Büchern ging es um die Methodik der Aneignung des Lernmaterials und um die Erziehung zu moralischem Verhalten. Die Aufgabe des Lehrers war es, das Vorgeschriebene auszuführen. In der Reformpädagogik stellte man die kindliche Persönlichkeit in den Mittelpunkt, die es bei der pädagogischen Planung und Durchführung zu berücksichtigen gelte. Nach einem Abschluss als Möbeldesigner an der Hochschule für Industriekunst promovierte Emil Gaul an der Eötvös-Loránt-Universität in Erziehungswissenschaften. Sein Name ist mit mehr als 300 Ausstellungen verbunden, er hat beispielsweise den Plan für die Ausstellung der Expo '92 in Sevilla entworfen. Seit 2005 ist er an der Doktorschule der ELTE und der Moholy Hochschule tätig. Er forscht unter anderem zur Kultur der Architektur.
Vortrag

Ernst Fritz-Schubert, Therapeut, Gründer des Fritz-Schubert Institutes
Glück als Schulfach

2007 startete Ernst Fritz-Schubert an seiner Schule ein interessantes Projekt. Er führte das Schulfach „Glück“ im Stundenplan ein. Das Ziel: Lebensfreude und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und diese in den Alltag der Schule zu integrieren. Das Fach wird seitdem an verschiedenen Schulen in Deutschland und Österreich unterrichtet. Das Fritz-Schubert Institut setzt sich mit Fortbildungen und Workshops für mehr Lebensfreude in der Schule ein und bietet Unterstützung bei Maßnahmen zur Stärkung der Persönlichkeit der Kinder wie auch für die Entwicklung der Lehrer. Das Ziel ist erreicht, wenn Kinder gerne zur Schule gehen und das Gefühl haben, dass sie dabei unterstützt werden, ein erfülltes Leben zu führen.
Vortrag

Links zum Thema

Zukunft Bildung ist eine Initiative der Goethe-Institute in Tschechien, Ungarn, Estland und Litauen.