Entwicklung in Deutschland – Überblick

Deutschland 1910–19

1910, 26./27. August
Internationale Frauenkonferenz in Kopenhagen, Gründung des Internationalen Frauentages durch Clara Zetkin
1911, 19. März
In Deutschland feiert man zum ersten Mal den Internationalen Frauentag.
1918, 12. November
Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts (aktiv und passiv) für beide Geschlechter in Deutschland

Deutschland 1920–32

1925 
Antrag zur Wiedereinführung des offiziellen Internationalen Frauentages bei der SPD-Frauenkonferenz
1926 
Starke Teilnahme an den Veranstaltungen zum Frauentag vom 7.–14. März . Thema waren innenpolitische Diskussionen. 
1930
Internationaler Frauentag in Deutschland unter dem Motto „Gegen Sozialreaktion! Gegen Faschismus! Für Arbeitsschutz! Für Völkerverständigung! Für die Solidarität des Internationalen Proletariats!“

Deutschland 1933–1945

1933-1945
Nationalsozialistische Herrschaft / Drittes Reich. Das passive Wahlrecht wird den Frauen genommen, ebenso die Möglichkeit zur Zulassung zur Habilitation an Hochschulen und Universitäten. Verbote, bestimmte Berufe zu ergreifen. Gleichschaltung der Frauenverbände. Massive Propagierung der Mutterschaft.
1945 Mai
Kriegsende / Kapitulation Deutschlands / Ende der nationalsozialistischen Diktatur

Bundesrepublik 1945–59

1946
In der SBZ (Sowjetische Besatzungszone) wird der Internationale Frauentag wieder aufgenommen.
1949, 23. Mai
Das Grundgesetz (die Verfassung) der Bundesrepublik Deutschland wird verkündet.
1949, 7. Oktober
Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Verfassung der DDR wird verabschiedet.
1958
Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau tritt in der Bundesrepublik in Kraft.

Bundesrepublik 1960–69

1961, 13. August
Beginn des Mauerbaus und Sperrung der Grenzen
1961
Erstmals wird mit Elisabeth Schwarzhaupt eine Frau Bundesministerin.
1962
Die Antibaby-Pille kommt in der Bundesrepublik auf den Markt.
1968
Studentin wirft einem Theoretiker der Studentenbewegung eine Tomate ins Gesicht, weil die männlichen Kommilitonen sich weigern, über Kinderbetreuung zu diskutieren. Dieses Ereignis wird als Beginn der „Neuen Frauenbewegung“ bewertet.

Bundesrepublik 1970–79

1970
Gesetz über die rechtliche Stellung der nichtehelichen Kinder tritt in Kraft.
1971, 3. Juni
Selbstbezichtigungskampagne von 374 Frauen in der Zeitschrift Stern: „Ich habe abgetrieben“. „Aktion § 218“.
1972
Gesetzliche Einführung der Fristenregelung in der DDR: Jede Frau kann über die Unterbrechung der Schwangerschaft in den ersten zwölf Wochen selbst entscheiden. Die Kosten eines Abbruchs zahlt die Kasse. Die Antibaby-Pille wird kostenlos abgegeben.
1972
Annemarie Renger wird die erste Bundestagspräsidentin.
1976
Gesetzliche Einführung der Indikationenregel in der Bundesrepublik: Der Abbruch der Schwangerschaft ist unter bestimmten Voraussetzungen nicht mehr strafbar.
1977
Gründung der feministischen Zeitschrift Emma.

Bundesrepublik 1980–89

1989, 9. November
Fall der Mauer

DDR

1990
Gründung des Unabhängigen Frauenverbandes (UFV) in Berlin

Bundesrepublik 1990–2000

1990, 3. Oktober
Die DDR tritt der Bundesrepublik bei – Tag der Einheit.
1995
Gesamtdeutsche Regelung von Aufklärung, Verhütung und Abbruch einer Schwangerschaft durch das „Schwangeren und Familienhilfeänderungsgesetz“

Bundesrepublik 2000–2011

2001, 1. Januar
Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes erlaubt es auch Frauen, Dienst an der Waffe zu leisten. Das Grundgesetz (§ 12) wird geändert.
2010
In Zusammenarbeit mit KVINFO und dem Goethe-Institut in Kopenhagen feiert „Den Sorte Diamant“ in der Königlichen Bibliothek 100 Jahre Gründung des Internationalen Frauentags mit einer Internationalen Konferenz am 8. März.
2011
Mit zahlreichen Veranstaltungen wird der 100. Internationale Frauentag gefeiert.