
Die Feierlichkeiten und Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag in Deutschland im Jahrzehnt 2000–2010 hatten viele verschiedene Themen, Anliegen und Botschaften und weisen eine große Bandbreite an Veranstaltern auf.
Das liegt vor allem an der dezentralen Struktur von Organisationen in Deutschland, die wiederum auf den Föderalismus und die stark ausgeprägte Regionalität zurückgeht.
Deshalb können wir nur einige typische Beispiele für Veranstaltungen und Themen des Internationalen Frauentags nennen. Deutlich wird aber, dass es nach wie vor ein etabliertes, linksbürgerliches Engagement zum 8. März gibt, aber auch viel Fantasie und Energie in die Veranstaltungen der alternativen Gruppen und Graswurzel-Bewegung zum Internationalen Frauentag investiert wird.
Die Themen reichen von internationalen Aufrufen bis zu lokalpolitischen Forderungen.
Überschriften wie „Die Hälfte des Himmels“ oder „Brot und Rosen“ gehören weitgehend der Vergangenheit an – es geht um konkrete politische Anliegen.
Eine große Rolle spielen die „Gleichstellungsbeauftragten“ und „Gleichstellungsbüros“, die seit den 1990er-Jahren in Kommunen und öffentlichen Ämtern gewählt und eingerichtet wurden, weitere Initiativträger sind die Gewerkschaften, Universitäten, Parteien und Bündnisse aus diversen frauenpolitischen Initiativen, Gruppen und Vereinen.
Beispiele:
- Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Neuss lud zum Internationalen Frauentag 2000 zu einer Informationsbörse für Frauen und Mädchen ein bei der sich 21 Verbände,Organisationen und Frauengruppen präsentieren.
- In Hamburg wurde am 8. März 2001 zur Internationalen Frauen-Internetkonferenz WOW – Women on the Web mit Fachfrauen aus Schweden, Italien, Österreich, Deutschland und Kroatien. eingeladen.
- Eine Kundgebung zum Internationalen Frauentag fand am 3. März 2001 in der Innenstadt von Hannover statt. Forderungen: gleiche Rechte für Flüchtlingsfrauen und Migrantinnen, eine gerechtere Aufteilung von gesellschaftlich notwendiger Arbeit und die selbstbewußte Präsenz von Frauen in der Öffentlichkeit, Kunst und Gesellschaft.
- Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Bayern lädt zum internationalen Frauentag am 8. März 2003 zu Veranstaltungen mit dem Thema „Gleichstellung in der Praxis“ ein.
- Im Kreuzberger SO36 in Berlin wurde am internationalen Frauentag 2005 eine Party für Frauen zugunsten der Aktion „Papiere für Alle“ veranstaltet, die unter dem Motto „Something Never Dies“ stand.
- Aufruf des DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) zum Internationalen Frauentag am 8. März 2006: „Gleich gestellt – doppelt stark“
- Der Internationale Frauentag 2007 steht in Tübingen unter dem Motto "Natürlich bin ich Feministin?!"

- In Dortmund diskutierten am Frauentag 2008 fast 600 Frauen in zwölf Foren. Die politische Forderung war „Teilhabe für alle“.
- MitarbeiterInnen, WissenschaftlerInnen und Studierende diskutieren am Internationalen Frauentag 2009 zum Thema "Internationaler Austausch und Kooperation an der Universität Oldenburg"
- Der Internationale Frauentag 2009 in Bochum stand unter dem Motto: „Frauen verbinden Welten“. Veranstaltungen waren zum Beispiel ein christlich-muslimisches Frauengebet, ein Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen aus Papua-Neuguinea, ein Frühstück mit Kabarett des DBG am 8. März und ein Frauenstadtrundgang des Vereins „ausZeiten“, auf historischen feministischen Spuren in Bochum.
- Anlässlich des Internationalen Frauentages 2009 luden die BotschafterInnen der Nordischen Botschaften in Berlin zu einem Frauenfrühstück ein. Elisabeth Möller-Jensen sprach für Dänemark zum Thema: Das nordische Mentorenmodell zur Integration von Migrantinnen am Beispiel Dänemarks.
- 2011: Der DGB feiert das Jubiläum unter dem Motto „Heute für morgen. Zeichen setzen“, die Gewerkschaft ver.di veranstaltet eine Ausstellung mit dem Titel „100 Jahre Internationaler Frauentag: Vom Frauenwahlrecht zur gleichberechtigten Teilhabe“.







