Protagonistinnen beider Länder

Dänemark:

Nina Bang
Andrea Brochmann
Henriette Crone
Inger Gamburg
Eva Hemmer Hansen
Camilla Nielsen
Marie Nielsen
Deutschland:

Anita Augspurg
Bärbel Bohley
Marie Juchacz
Susanne Miller
Adelheid Popp
Alice Schwarzer
Alwine Wellmann
Mathilde Wurm
Clara Zetkin

Anita Augspurg (1857–1943) setze sich besonders für das Frauenstimmrecht und für Frieden und Freiheit ein. Zusammen mit Lida Gustava Heymann gab sie die Zeitschrift für Frauenstimmrecht heraus.
Nina Bang (1866–1928) Nina Bang war Bildungsministerin in der ersten sozialdemokratischen Regierung in Dänemark 1924–26. Sie war Dänemarks erste Frau, die Minister wurde. Nina Bang hatte einen Magisterabschluss in Geschichte und war Mitglied des Parteivorstandes im Sozialdemokratischen Verband 1903–28. Sie war 1918–28 Mitglied des Landtages und von 1913-28 Mitglied der Kopenhagener Bürgerschaft.
Bärbel Bohley (1945–2010) ist Malerin und Bürgerrechtlerin. Unter anderem war sie Gründungsinitiatorin des Netzwerkes „Frauen für den Frieden“ (1982) und Gründungsmitglied der Bürgerbewegung Neues Forum 1989.
Andrea Brochmann (1868–1954) Politikerin und Gewerkschaftsführerin. Vorsitzende der weiblichen Herrenschneider 1897–1909. Unter ihrer Leitung wuchs die Gewerkschaft von 45 auf 1.200 Mitglieder. Sie kämpfte für das Frauenwahlrecht und stellte sich 1918 für das Folketing zur Wahl. Sie war 1926–32 und 1933–40 Mitglied des Landtages und 1917–43 Abgeordnete der Kopenhagener Bürgerschaft. 1912–35 war sie die Vorsitzende der sozialdemokratischen Frauenvereinigung und Vorstandsmitglied der dänischen Frauengesellschaft.
Henriette Crone (1874–1933) Dänische Gewerkschaftsvorsitzende und sozialdemokratische Politikerin. 1898 war sie Mitbegründerin einer Gewerkschaft für weibliche Druckereiangestellte. Ein Jahr später wurde diese Gewerkschaft dem Dänischen Druckereiverband als Frauenabteilung angeschlossen. Sie war 1906–33 Vorsitzende dieser Abteilung. 1909–13 war sie auch Abgeordnete der Kopenhagener Bürgerschaft und 1920–33 Abgeordnete im Landtag für die Sozialdemokratische Partei.
Inger Gamburg (1892–1979) Gewerkschaftsführerin. 1925 wurde sie Vorsitzende des Arbeiterfrauen-Bildungsvereins und 1928 Mitglied der Kommunistischen Partei Dänemarks, wo sie ab 1930 im Zentralkomitee war. Sie war Vorsitzende der Abteilung 5 (Eisen- und Metallindustrie) im Frauen Arbeiterverband 1926–65 und für einige Zeit auch Mitglied des Vorstandes. 1946–58 war sie Abgeordnete der Kopenhagener Bürgerschaft.
Eva Hemmer Hansen (1913–1983) Verfasserin und Journalistin. Vorsitzende der Dänischen Frauengesellschaft 1968–71.
Marie Juchacz (1879–1956) war ab 1917 zentrale Frauensekretärin der SPD in Berlin. Als erste Frau ergriff sie im deutschen Parlament das Wort. 1919/20 gründete sie die Arbeiterwohlfahrt. Sie emigrierte 1941 in die USA.
Susanne Miller (1915–2008) ist ältestes und renommiertestes Mitglied der Historischen Kommission beim SPD-Parteivorstand. Sie war politische Emigrantin in Großbritannien während der Nazizeit.
Camilla Nielsen (1856–1932) Kommunalpolitikerin. Sie arbeitete als Hausmeister, später als Hausverwalter und wurde durch ihr starkes soziales Engagement bekannt. Sie war 1917–31Leiterin der Volksküche in Frederiksberg. In der Frederiksberger Kommunalverwaltung war sie 1917–32 Abgeordnete engagierte sich für die sozialdemokratische Frauenvereinigung, den Kopenhagener Hausfrauenverein und viele andere gemeinnützige Organisationen. 1915 war sie Teil der dänischen Delegation beim Friedenskongress in Haag, wo die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit gegründet wurde.
Marie Nielsen (1875–1951) Politikerin und Revolutionärin. Nielsen war Dienstmädchen und setzte sich für die Rechte von Dienstmädchen ein. Sie machte das Lehrererexamen 1908, aber 1920 wurde ihr das Recht aberkannt als Lehrerin zu arbeiten, nachdem sie für revolutionäre Umtriebe eine Gefängnisstrafe erhalten hatte. Sie hatte als Sozialdemokratin angefangen, brach aber mit der Partei und tat sich 1918 mit einer kleinen Gruppe radikaler Arbeiter der Sozialistischen Arbeiterpartei zusammen. Sie wurde Mitglied der Kommunistischen Partei Dänemarks, wurde aber zweimal aus der Partei ausgeschlossen. Ihr Haupteinsatz galt den frauenpolitischen Verhältnissen. Sie war unter anderem eine treibende Kraft im Arbeiterfrauen-Bildungsverein.
Adelheid Popp (1869–1939) war Führerin der österreichischen sozialistischen Frauenbewegung.
Alice Schwarzer (geb. 1942). Alice Schwarzer ist seit den 1970er-Jahren eine der führenden Persönlichkeiten der deutschen Frauenbewegung. 1977 hat sie die feministische Zeitschrift Emma gegründet.
Die preußische Landtagsabgeordnete Alwine Wellmann (1891–1966) stellte 1925 zusammen mit Mathilde Wurm (1874–1934) den Antrag den Internationalen Frauentag wieder offiziell zu begehen.
Die berühmte Politikerin Clara Zetkin (1857–1933) war Führerin und maßgebliche Theoretikerin der proletarischen Frauenbewegung. Der Internationale Frauentag am 8. März geht auf ihre Anregung zurück.