Fatah, Sherko

Ein weißes Land

Luchterhand LiteraturverlagSherko Fatah - Ein weißes Land © Luchterhand LiteraturverlagSherko Fatah
Ein weißes Land


Luchterhand Literaturverlag, 2011, 480 Seiten

Der junge Araber Anwar wächst im Bagdad der 30er Jahre zwischen allen Stühlen auf. Er kommt aus einfachen Verhältnissen, aber die Tagelöhner mit ihrer schweren Arbeit sind ihm fremd – genauso fremd wie die verlockenden Paläste der Reichen. Er träumt davon, sein Glück zu machen, und die Cafés mit den unverschleierten Frauen und dem Zigarettenrauch ziehen ihn unwiderstehlich an. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, scheint Anwars Traum von den „schönen Häusern“ und von Reisen in ferne Länder in Erfüllung zu gehen. Im Gefolge des Großmuftis von Jerusalem, eines Bundesgenossen der Nationalsozialisten, kommt er 1941 nach Berlin ...

Mit epischer Wucht entwirft Sherko Fatah ein atemraubendes geschichtliches Panorama. Anwar gerät ins Zentrum der neuen Macht und verliert sich im Labyrinth der Geschichte und im Räderwerk des Krieges. Er wird überleben, aber am Ende steht er vor den Trümmern seines Traumes – und eines halben Jahrhunderts. (Verlagsinformation)

Sherko Fatah, der 1964 in Ost-Berlin als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen geboren wurde, entführt uns in seinem neuen Roman in das Bagdad der 30er Jahre. Der junge Araber Anwar, ein Straßenjunge, sehnt sich einen sozialen Aufstieg herbei. Er erblickt westliche Cafés, der Zigarettenrauch und die feine Kleidung der Oberschicht ziehen ihn magisch an. Fatah entfaltet die Abenteuer seines Protagonisten mit großer Fabulierlust: Wir folgen ihm auf seiner Flucht 1941 nach Berlin. Doch statt westlichen Glamour zu erblicken, befindet er sich im Gewirr des Krieges, genauer: in den muslimischen Verbänden der Waffen-SS. Fatahs Roman Ein weißes Land vereint meisterhaft Fiktives mit historisch überliefertem Material. (Adam Soboczynski)

„Sherko Fatah ist ein furchtloser Epiker. Er wagt sich an die Vorgeschichte des Konfliktes zwischen Arabern und Juden, zwischen Israel und seinen Nachbarn, ohne falsche Friedensromantik, ohne Schuldzuweisungen an die eine oder andere Seite. Sein gewiefter zeitgeschichtlicher Erzählrealismus hat im Augenblick kaum Entsprechungen in der deutschen Literatur.“
(Die Zeit)

„‚Ein weißes Land‘ [überzeugt] als Anti-Bildungsroman und Anwar als tragischer Held.“
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

„Fatah greift […] auf eine große literarische Form zurück, schreibt spannend bis zur letzten Zeile und liefert literarisches Schwarzbrot.“
(Deutschlandradio Kultur)



DER AUTOR
Sherko Fatah wurde 1964 in Ost-Berlin als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen geboren. Er wuchs in der DDR auf und siedelte 1975 mit seiner Familie über Wien nach West-Berlin über. Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte. Für sein erzählerisches Werk hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, „Ein weißes Land" ist sein vierter Roman. (Verlagsinformation)

Ein weißes Land war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2012.

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