Edschmid, Ulrike

Das Verschwinden des Philip S.

© Suhrkamp VerlagUlrike Edschmid – Das Verschwinden des Philip S. © Suhrkamp VerlagUlrike Edschmid
Das Verschwinden des Philip S.


Suhrkamp Verlag, 2013, 157 Seiten

Wer sich mit jenen Jahren beschäftigt, wird um diesen Roman nicht herumkommen.

Im Mai 1975 stirbt Philip S. beim Schusswechsel mit der Polizei auf einem Kölner Parkplatz. Fast vierzig Jahre später geht eine Frau auf die Suche nach den wenigen Spuren, die er hinterlassen hat, und kehrt zurück in die dramatischste Phase ihres Lebens.

Philip S. war ihr Gefährte: ein sensibler, eigenwilliger junger Mensch, der 1967 aus Zürich nach Berlin kam, sich liebevoll um ihr Kind kümmerte und seinen ersten experimentellen Film drehte, während andere gegen den Vietnamkrieg demonstrierten und Institute besetzten.

Drei Jahre später wird ihre Fabriketage mehrmals von der Polizei durchsucht. Der sechsjährige Sohn, unbestechlicher Zeuge einer zunehmenden Radikalisierung, tritt den bewaffneten Beamten mit seiner Armbrust entgegen. Als die Mutter und Philip S. verhaftet werden, kann er ihnen nicht mehr beistehen. Ohne es zu wissen, wird er seine Mutter retten. Philip S. dagegen, der sich für die Revolution entschieden hat, setzt sich Schritt für Schritt aus dem gemeinsamen Leben ab.

Ulrike Edschmid erzählt vom unaufhaltsamen Verlust eines Menschen, der in den bewaffneten Untergrund geht. Sie wirft einen Blick zurück auf die prägenden Jahre im Leben ihrer Generation – und auf eine Tragödie, die so noch nie beschrieben wurde. Ein bewegendes Buch, das einen von der ersten bis zur letzten Zeile in Bann schlägt. (Verlagsinformation)

Ein zum Teil sehr dunkler und doch schöner autobiographischer „Roman“ über die sagenumwobene Achtundsechzigerzeit. Die Erinnerung an die Liebe zu einem Mann, der in die gewalttätige Militanz abdriftete. Die Autorin lernte den Filmstudenten Philipp S. 1967 kennen; er starb als bundesweit gesuchter Terrorist 1975 (dahinter verbirgt sich Werner Philipp Sauber; Mitglied der Bewegung 2. Juni). Wie es zu dem Abdriften kam, bleibt der Autorin letztlich ein Rätsel; sie sucht nach Antworten, ohne sie zu finden. Ihre feinen Beobachtungen über die Insel Westberlin, über die aufgeladene politische Stimmung und den notwendigen und doch zwielichtigen Aufbruch jener Zeit, das hat man so noch nicht gelesen. (Ina Hartwig)

„Der Roman ‚Das Verschwinden des Philip S.‘ schreibt, ... entscheidend ist, mit welcher poetischen Wucht ..., ein bedeutsames Kapitel in der noch längst nicht in ihren Widersprüchen begriffenen Geschichte des Terrorismus...“
(Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung)

„Es geht um den Menschen Philip S., den die Autorin liebte; es geht um Berlin in all seiner Ärmlichkeit der sechziger und siebziger Jahre ... Und es geht um den Traum und die Lebensexperimente jener Jahre, die Freiheit versprachen.“
(Verena Lueken, Frankfurter Allgemeine Zeitung 21.04.2013)



Ulrike Edschmid © Sebastian EdschmidDIE AUTORIN
Ulrike Edschmid – geboren 1940, lebt in Berlin. Sie studierte Literaturwissenschaft, Pädagogik und an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (Verlagsinformation)
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