Gstrein, Norbert

Eine Ahnung vom Anfang

© Carl Hanser Verlag Norbert Gstrein - Eine Ahnung vom Anfang © Carl Hanser VerlagNorbert Gstrein
Eine Ahnung vom Anfang


Carl Hanser Verlag, 2013, 352 Seiten

Auf dem Bahnhof in einer abgelegenen Provinzstadt wird eine Bombe gefunden. Ein Lehrer glaubt auf einem Fahndungsfoto seinen Lieblingsschüler Daniel zu erkennen, der sich nach einer Israel-Reise in religiöse und politische Phantastereien verrennt. Ist Daniel dem amerikanischen Endzeitprediger verfallen, der eines Tages in ihrem Ort aufgetaucht war und dann nach Jerusalem ging? Oder hat ein gemeinsamer Sommer den Jungen auf Abwege geführt, als der Lehrer und Daniel ganze Tage außerhalb der Zeit verbrachten? Mit seinem bewegenden und spannenden Roman ist Norbert Gstrein auf der Höhe seiner Kunst: ein Roman über Heimat und Exil und über die verhängnisvolle Sehnsucht nach Unschuld und Reinheit. (Verlagsinformation)

Alles beginnt mit einem Bild der Idylle: Drei Menschen, die gemeinsam einen Sommer am Fluss verbringen, badend, angelnd, lesend. Doch bei Norbert Gstrein ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint: Die drei Menschen sind ein Lehrer und seine beiden Lieblingsschüler, und selbstverständlich geht das nicht ohne Gerede ab, schon gar nicht auf dem österreichischen Land. Einige Jahre später, glaubt der Lehrer einen der beiden auf einem Fahndungsfoto in der Zeitung wiederzuerkennen. Der junge Mann wird verdächtigt, auf einem Bahnhof einen Zündsatz deponiert zu haben. Das ist Anlass zur Reflexion: Wie gut, so fragt der Lehrer und Ich-Erzähler sich, hat er diesen Daniel gekannt? Inwieweit ist er mitschuldig an einer möglichen religiösen Fanatisierung seines ehemaligen Zöglings? Inwieweit haben Bücher, Gedanken, Theorien Einfluss auf einen Heranwachsenden? Ein hoch reflektierter Heimatroman und ein sprachlich brillantes Buch im Spannungsfeld zwischen Erinnerung und Gegenwart. (Christoph Schröder)

„‚Eine Ahnung vom Anfang‘ geht auch um das Erinnern und das Vergessen als wichtige Elemente, um sich selbst zu erkennen oder sich auch dahinter zu verstecken. Ein packender Roman.“
(Margarete von Schwarzkopf, Norddeutscher Rundfunk | Bücherwelt, 3. September 2013)

„Eine großartige Erzählung über das, was ein Leben ausmacht.“
(Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung, 9. August 2013)



DER AUTOR
Norbert Gstrein – geboren 1961 in Tirol, Österreich, studierte Mathematik in Innsbruck und besuchte dann sprachphilosophische Seminare in Stanford und Erlangen. 1988 war er Gast des Literarischen Colloquiums Berlin, promovierte mit der Arbeit Logik der Fragen und veröffentlichte seine erste Erzählung Einer. Gstrein erhielt u.a. den Alfred-Döblin-Preis, den Uwe-Johnson-Preis sowie den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. (Verlagsinformation)

    Übersetzungsförderung

    Das Förderprogramm des Goethe-Instituts unterstützt ausländische Verlage bei der Publikation deutscher Literatur.