Brecht, Bertolt

Trommeln in der Nacht

Suhrkamp Verlag Bertolt Brecht - Trommeln in der Nacht © Suhrkamp VerlagBertolt Brecht
Trommeln in der Nacht


Suhrkamp Verlag, 1971 (1922), 60 Seiten

Der ursprüngliche Titel Spartakus verweist auf den historisch-politischen Zusammenhang: die Revolution von 1918. In der Hauptfigur, dem aus dem Krieg heimgekehrten, von seiner Verlobten verlassenen Artilleristen Kragler, zeichnete Brecht den „falschen Proletarier“, den „fatalen Revolutionär, der die Revolution sabotierte, den Lenin heftiger bekämpfte als die offenen Bourgeois“. Kragler, Proletarier und Revolutionär aus betrogener Liebe, wendet, als die Geliebte zu ihm zurückkehrt, der Revolution den Rücken, wird wieder zum privatisierenden Bourgeois. (Verlagsinformation)

„Auch Brechts frühe Dramen waren melodischer Bürgerschreck. […] ‚Trommeln in der Nacht‘ ist sein 1922 mit dem Kleistpreis ausgezeichnetes Stück vom ausgedörrten Heimkehrer Andreas Kragler, dessen Braut einem Geschäftsmann verkuppelt wurde. Die Dialoge sind kühn und ungebärdig, assoziativ verschnörkelt, die Stimmung pessimistisch. Bei der Premiere in den alten Münchener Kammerspielen Otto Falckenbergs […] befahlen Spruchbänder: ‚Glotzt nicht so romantisch!‘ Das war Brechts erster Angriff auf die Verzückung des Publikums, der Kern der später ausgeführten und umstrittenen Theorie vom Illusicnen-feindlichen ‚epischen Theater‘.“
(Der Spiegel)

„Am 29. September 1922 wurde in den Münchner Kammerspielen Brechts ‚Trommeln in der Nacht’ uraufgeführt (Regie: Otto Falckenberg). Am 13. Dezember 1922 gastierte diese Inszenierung am Stadttheater Augsburg. Das Haus war ausverkauft, und die Presse sparte nicht mit Lob! Das war angesichts des Bürger- und Christenschrecks BB alles andere als zu erwarten. Max Hohenester rühmte nach der Aufführung Brecht in den Augsburger Neuesten Nachrichten als wahrhaftigen Dramatiker, stellte Brechts Komödie auf eine Ebene mit Büchners ‚Woyzeck’ und hob besonders die Sprache hervor, ‚die nicht ihresgleichen hat’.“
(Augsburger Allgemeine)



DER AUTOR
Bertolt Brecht wurde 1898 in Augsburg geboren. Mit seiner Lyrik und seiner Theaterarbeit nimmt er eine herausragende Stellung in der deutschen Literaturgeschichte ein. Wie bei kaum einem anderen finden sich in seiner Person der Theatertheoretiker, -autor und -macher vereinigt. Brecht starb 1956 in Berlin (Ost). (perlentaucher.de)

Trommeln in der Nacht wurde 1922 mit dem Kleist-Preis (bedeutendste literarische Auszeichnung der Weimarer Republik) ausgezeichnet.

    Übersetzungsförderung

    Das Förderprogramm des Goethe-Instituts unterstützt ausländische Verlage bei der Publikation deutscher Literatur.