Von den Kriegen – Briefe an Freunde.

Carolin Emcke - Von den Kriegen – Briefe an Freunde © S. Fischer VerlagCarolin Emcke
Von den Kriegen – Briefe an Freunde

S. Fischer Verlag, 2004, 315 Seiten

Unterwegs in den Krisengebieten der Welt – wie gehen Menschen mit Krieg und Gewalt um, was verändert sich angesichts des fremden Leids im Berichterstatter, welche Rolle kommt dem Zeugen zu? Carolin Emcke schreibt in ihren Briefen von Orten, die aus dem Blickfeld der Medien geraten sind, obwohl Krieg und Leid dort andauern: vom endlosen Bürgerkrieg in Kolumbien, von der Sklavenarbeit in den Freihandelszonen Nicaraguas, vom Überlebenskampf der Straßenkinder in der Kanalisation von Bukarest, von den serbischen Massakern an Kosovo-Albanern und den Vergeltungsanschlägen an Serben, dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September und den Kriegen in Afghanistan und im Irak. (Verlagsinformation)

Als Korrespondentin des deutschen Nachrichtenmagazins Der Spiegel war Carolin Emcke in Krisengebieten wie Kosovo, Kolumbien, Afghanistan und Libanon unterwegs. Dieses Buch versammelt aber nicht die journalistischen Reportagen, die die promovierte Philosophin in dieser Zeit geschrieben hat. Es enthält stattdessen eine Sammlung von Texten, die sie ursprünglich als Email-Rundbriefe an ihre Freunde verschickte. Emcke reflektiert darin die Bedingungen der Berichterstattung aus dem Krieg, in dem sich, wie sie findet, der „embedded journalism“ als intelligenteste Spezialform der Zensur herausgebildet hat. Wie kann, so fragt Emcke, Neutralität im Schützengraben aufrechterhalten werden, wenn auch der unbeteiligte Beobachter in Lebensgefahr den Tod eines Kämpfers auf der anderen Seite zu wünschen beginnt? Wie kann Wahrhaftigkeit gewährleistet werden? Emckes in diesem Buch versammelte Texte problematisieren das Korsett der Berichterstattung und formulieren eine engagierte Ethik der Medien. (Ronald Düker)

„Emckes Buch ist (...) weit mehr als eine erfolgreiche Gratwanderung zwischen dem Einblick ins eigene Seelenleben und der Aufarbeitung des unmittelbar Erlebten. Es ist zugleich eine faszinierende Momentaufnahme von Menschen in Extremsituationen, die allen widrigen Umständen zum Trotz auch in Zeiten der Not ihre menschliche Würde zu bewahren suchen.“
(Deutsche Presse Agentur)

„Wer Zeuge seiner Zeit und seiner Rolle darin sein will, wird auf dieses Buch nicht verzichten können. Carolin Emcke, die offenbar ohne Skrupel sich gerne selbst unablässig in Lebensgefahr bringt, hat mit ihren Briefen Leben gerettet, indem sie sie im Buch verwahrt: Leben, die einen auf fast jeder dieser 320 Seiten ergreifen und nicht mehr loslassen“
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

„Ihre Briefe 'Von den Kriegen', eines der aufregendsten, beunruhigendsten und erhellendsten Bücher dieses Herbstes, sind eine geistige Rückenschule für all jene, die der Vergeblichkeit zu trotzen bereit sind.“
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

„Emcke gelingt es auf eindrucksvolle Weise, die Ambivalenz ihres Leben als Zeugin von Ausnahmezuständen in Worte zu fassen.“
(Literaturen)



DIE AUTORIN
Carolin Emcke, geboren 1967, studierte Philosophie, Politik und Geschichte in London, Frankfurt und Harvard. Seit 1998 ist sie Redakteurin beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Seit 2007 ist sie freie internationale Reporterin, u.a. für das ZEITmagazin. Für ihr Buch "Von den Kriegen" bekam sie den Preis „Das politische Buch“ der Ebert-Stiftung sowie den Förderpreis des Ernst-Bloch-Preises.