Manual für den Kampf der Kulturen

Stefan Weidner - Manual für den Kampf der Kulturen © Verlag der WeltreligionenStefan Weidner
Manual für den Kampf der Kulturen – Warum der Islam eine Herausforderung ist


Verlag der Weltreligionen, 2008, 221 Seiten

Als Samuel Huntington Mitte der 1990er Jahre seine These vom Kampf der Kulturen vorlegte, stieß er auf breite Ablehnung. Mittlerweile hat sich der Konflikt mit dem Islam als Dauerbrenner in den Medien etabliert, und man kommt kaum umhin, von einem echten Kampf der Kulturen zu sprechen. Die Auseinandersetzung erschüttert unser Selbstverständnis nicht weniger als das der Muslime, denn sie legt das Gewordensein und die Relativität der eigenen Position im Spiegel des anderen schonungslos offen. Stefan Weidners Essay unternimmt es, nach den Gründen zu fragen, weshalb ausgerechnet der Islam diese Rolle für uns spielt und warum Muslime ebenso oft die Grenzen des für uns Hinnehmbaren überschreiten wie wir die des für sie Akzeptablen. Dabei interessiert nicht die Frage, wer jeweils Recht hat, sondern nach welchen Gesetzen die Auseinandersetzung abläuft, wo auf beiden Seiten die blinden Flecken zu suchen wären, wie wir uns in diesem Konflikt allmählich verändern und in welche Richtung.

Stefan Weidners Essay reflektiert das für uns Reizvolle und das Schwierige in der Begegnung mit dem Islam geistesgeschichtlich und politisch, originell und provokant. Manual für den Kampf der Kulturen gibt auch nichtspezialisierten Lesern einen Kompass an die Hand, mit dessen Hilfe sie sich in den Debatten unserer Gegenwart zurechtfinden und zu einem eigenen Urteil kommen können. (Verlagsinformation)

Der von Samuel Huntington geprägte Begriff des „clash of civilizations“ ist zur bevorzugten Parole eines Kulturkampfs geworden, der die Opposition von Orient und Okzident als verhärtet und unversöhnlich begreift. Der Orientalist Stefan Weidner zitiert den „Kampf der Kulturen“ im Titel seines Buches, schlägt aber eine andere Richtung ein. Zwar gibt Weidner, der in Deutschland als einer der besten Kenner der arabischen Welt gilt, zu, dass das Konfliktpotenzial zwischen den beiden Weltreligionen nicht zu leugnen ist. Differenziert und kompetent diskutiert der Autor die Debatten zwischen islamischen und christlich bzw. säkular geprägten Denkern, unter denen insbesondere die postmodernen Relativisten aller positiv zu fassenden Werte eine Provokation für den Islam darstellen. […] Wie das Verständnis befördert werden kann und wo es in unfruchtbare Sackgassen gerät – das lässt sich in diesem „Manual“ studieren. (Roland Düker)

„Ein polemischer und leidenschaftlicher Langessay darüber, wie der Westen und der Islam übereinander denken, fühlen und sprechen – und wie sie es anders tun könnten. ... Hiebe und Schläge austeilend und mit stupender Detailkenntnis des Islam arbeitet sich Weidner durch die Konflikte der letzten 40 Jahre, durch Multikulturalismus, Asyl, Immigration und Orientalismus.“
(Die Tageszeitung)

„Diese Schrift deutet den Islam vor allem als Herausforderung für unsere – westliche – Selbstwahrnehmung. Mit Scharfsinn gelingt es dem Autor, die komplexen Antagonismen zwischen Orient und Okzident kurz und prägnant zu thematisieren und Zirkelschlüsse in den gängigen Argumentationen zu entlarven.“
(Neue Zürcher Zeitung)



DER AUTOR
Stefan Weidner, geboren 1967, lebt als Autor, Übersetzer und Chefredakteur von Fikrun wa Fann in Köln. Für seine Übersetzungen arabischer Gedichte erhielt er 2007 den Johann-Heinrich-Voß-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.