Assmann, Jan

Religio duplex – Ägyptische Mysterien und europäische Aufklärung

Jan Assmann - Religio duplex – Ägyptische Mysterien und europäische Aufklärung © Verlag der WeltreligionenJan Assmann
Religio duplex – Ägyptische Mysterien und europäische Aufklärung

Verlag der Weltreligionen, 2010, 507 Seiten

Im 17. Jahrhundert schlägt die Geburtsstunde der Religionswissenschaft. Sie entsteht aus der Frage nach der Herkunft der Götter, des Polytheismus. Der Monotheismus, darin war man sich einig, bildete die Urreligion: Das war nicht die Religion der Offenbarung, sondern die Religion der Natur und der Vernunft, die allen Menschen gemeinsam und auch in allen heidnischen Religionen aufspürbar ist. Die Vielgötterei entstand erst mit den Staaten; denn Herrschaft braucht die Götter, um dem Volk politische und moralische Orientierung zu geben. Unter diesen Bedingungen zog sich die Urreligion in den Untergrund zurück: So entstanden die Mysterien.

Grundmodell dieser Entwicklung ist das Alte Ägypten, der erste Staat der Geschichte, in dem sich diese religiöse Doppelstruktur besonders klar ausprägte. Die Ägypter hatten zwei Schriften: eine fürs Volk, eine für die Mysterien, und sie bauten über der Erde für die offizielle und unter der Erde für die geheime Religion, nämlich den Kult der verschleierten Isis, in der man Spinozas Deus sive Natura erkannte: oben also die vielen Götter, unten der Gott der Philosophen. In dieses Bild blickten die Geheimgesellschaften wie in einen Spiegel. (Verlagsinformation)

Der berühmte deutsche Ägyptologe Jan Assmann ist in seinem neuen Werk den Mysterien auf der Spur. Er erklärt, wie die altägyptische Religion gespalten war: Einerseits gab es religiöse Regeln für das Volk, andererseits welche für die geheime Priesterschaft, die um den Kult der verschleierten Isis kreisten. Die geheim-mystische Religion barg bereits den Monotheismus in sich, während der Staat die Vielgötterei propagierte. Assmann zeigt in großer historischer Perspektive auf, wie diese Doppelstruktur der Religion die europäische Aufklärung prägte. (Adam Soboczynski)

„Alles Wahre wirkt im Geheimen. Der große Ägyptologe geht den Spuren der Geheimreligionen nach. Spannender als Dan Brown.“
(Die Zeit)

„Ebenso gelehrte wie engagierte Darstellung“
(Süddeutsche Zeitung)



DER AUTOR
Jan Assmann, geboren 1938 in Langelsheim (Harz), lehrt seit 1976 Ägyptologie an der Universität Heidelberg. Er leitet seit 1978 ein Forschungsprojekt in Luxor (Oberägypten) und lehrte als Gastprofessor in Paris, Yale und Jerusalem. (perlentaucher.de)

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