Afflerbach, Holger

Die Kunst der Niederlage – Eine Geschichte der Kapitulation

© Verlag C.H.BeckHolger Afflerbach: Die Kunst der Niederlage – Eine Geschichte der Kapitulation © Verlag C.H.BeckHolger Afflerbach
Die Kunst der Niederlage – Eine Geschichte der Kapitulation

Verlag C.H.Beck, 2013, 320 Seiten

Wenn im alten Griechenland die Krieger in die Schlacht zogen, dann riefen die Mütter ihren Söhnen zu, sie sollten entweder mit dem Schild oder auf dem Schild zurückkommen, aber nicht ohne. Sie sollten also entweder siegen oder sterben.

Die Kapitulation galt als unehrenhaft, auch wenn sie häufig vorkam. Denn auch unterlegene Soldaten wollen weiterleben. Aber wie stellt man es an, eine Schlacht oder einen Krieg zu verlieren und trotzdem zu überleben? Dieser „Kunst der Niederlage“ ist dieses Buch gewidmet. Es handelt vom Aufhören im Kriege, von der Dialektik zwischen soldatischer Ehre und Überlebenstrieb und von der Wechselwirkung zwischen den Bedingungen, die der Sieger stellt, und der Bereitschaft des Verlierers, sie zu akzeptieren. Die Kapitulation stellt eine Kulturtechnik dar, die sich über die Jahrtausende der menschlichen Geschichte wandelte und nicht zuletzt von gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen in der Waffentechnik abhing. Holger Afflerbach zeichnet diese Wandlungen nach und entwirft dabei eine neue Sicht auf die Geschichte des Krieges von der Steinzeit bis zur Gegenwart. (Verlagsinformation)

Im Mittelpunkt dieser Kulturgeschichte des Krieges von Holger Afflerbach steht eine überlebenswichtige aber bislang viel zu wenig beachtete Tugend: Das Eingestehen der Niederlage im Kampf und die ordnungsgemäße Kapitulation. Afflerbach zeigt über die Jahrhunderte mit welchen Risiken der freiwillige Ausstieg aus dem Kampf verbunden ist, denn stets stellt sich die Frage, ob sich auch hält Gegner an den kriegsrechtlichen common sense hält, den Wehrlosen in dem Moment zu schonen, da er die Waffen streckt. Das Fazit der Betrachtungen, die der Autor von der Frühgeschichte bis in die Gegenwart anstellt, ist ernüchternd und ermutigend zugleich: Wenn es schon nicht gelingt, Kriege überhaupt zu schaffen, so kann es zumindest gelingen, einen einzelnen Krieg zu beenden. (Ronald Düker)

„Holger Afflerbachs Buch ist deshalb so lesenswert, weil es über alle diese widersprüchlichen Fakten genau informiert. Es lässt daher beim Leser keine Illusionen über den Krieg aufkommen.“
(Martin Hubert, Deutschlandfunk, 03.06.2013)

„Oder wie lässt sich der Überlebenswille in militärisch aussichtsloser Lage mit dem unbedingten Anspruch des Ehrenkodex vereinbaren, der eine Kapitulation per se als unehrenhaft verbietet? - Diese Fragen werden anhand von zahlreichen Beispielen gestellt, die Holger Afflerbach für seine sehr anregende Geschichte der Kriege verwendet hat, die überraschend die Niederlage zum Ausgang der Darstellung nimmt.“
(Johannes Willms, Süddeutsche Zeitung, 09.04.2013)



Holger Afflerbach © Mark Webster Photography Ltd.DER AUTOR
Professor Dr. Holger Afflerbach – geboren 1960, ist Professor für Europäische Geschichte an der University of Leeds. Afflerbachs Forschungsinteressen sind die deutsche, italienische und österreichische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, internationale Beziehungen und europäische Militärgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.
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