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Sieben Tage und 30 wunderbare Erzählstunden

Foto: Goethe-Institut© Goethe-Institut Kairo
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Nicht weniger als 900 Kilometer hat der Bibliotheksbus des Goethe-Instituts auf seiner ersten Fahrt im Jahr 2018 zurückgelegt. Während der siebentägigen Runde durch die drei Provinzen Dakahlia, Behaira und Alexandria im Nildelta bot der Bus an sieben Haltestellen bei insgesamt acht Tagesbesuchen sein Programm an, sodass letztlich 2.006 Kinder zwischen vier und 14 in den Genuss von 30 Erzähl­stunden und den anschließenden Gruppenspielen kommen konnten.

Los ging es mit einem vergnüglichen Aufenthalt in der Provinz Dakahlia, und zwar mit einem Besuch in der Salaam-Grundschule in Borg Nour (Bezirk Aga), einem Besuch im Jugendzentrum in Kafr Bahout (Bezirk Nabaruh) und einem weiteren Besuch in der Salaam-Grundschule, sodass dort insgesamt 753 Kinder, also quasi alle beiden Vorschulgruppen sowie alle Grundschüler von der ersten bis zur sechsten Jahrgangsstufe, teilnehmen konnten.

Auch im Universitätskinderklinikum in al-Mansura herrschte großer Andrang. Außer den Kindern waren hier – auf eigenen Wunsch – auch viele Mütter mit Säuglingen auf dem Arm anwesend, die sogar bei den Gruppenspielen mitmachen wollten. Als sie die Geschichte vom Chamäleon Kunterbunt hörten, mussten diese Mütter so herzhaft lachen, dass das ganze Klinikum wackelte.

Den Auftakt des anschließenden Aufenthalts in der Provinz Behaira machte ein Besuch in der Safwa-Schule in Kafr El Dawwar. Nachdem der Bibliotheksbus dort längere Zeit nicht mehr angehalten hatte, weil sich der Fahrplan nicht mit dem Terminplan der Schule vereinbaren ließ, klappte es diesmal endlich wieder und die Schüler der ersten bis vierten Jahrgangsstufe konnten mit durchschnittlich zwei Klassen pro Jahrgangsstufe von den Aktivitäten des Bibliotheksbusses profitieren.

Zweite Haltestelle in der Provinz Behaira war dann der Sportclub in Damanhur. Auch hier war der Bibliotheksbus schon lange nicht mehr vorbeigekommen und wurde deshalb besonders herzlich empfangen. Das freie Lesen, bei dem sich Kinder zwei Stunden lang zurückziehen und in Bücher vertiefen können, musste sogar um eine Stunde verlängert werden, weil es so gut ankam. Auch die Erwachsenen nutzten die Zeit, indem sie kleineren Kindern, die noch nicht lesen konnten, etwas vorlasen, was wir vom Bibliotheksbus natürlich ganz hervorragend finden. Vielleicht lässt sich ja indirekt darauf hinarbeiten, dass dieses Verhalten zur Gewohnheit wird. Zum Schluss bekamen die Kinder nicht nur ein paar Bücher als Geschenk, sondern auch die Anregung, sich zu Hause einen Pappkarton hübsch herzurichten, um ihn als eigene kleine Bibliothek für ihre Lieblingsbücher und -geschichten zu nutzen.

Optimal abgerundet wurde der Aufenthalt in der Provinz Behaira, wie immer, durch den Besuch in der Gemeinde Abo Mangog im Bezirk Shobrakhet, wo diesmal 250 Kinder ein neuartiges Gruppenspiel ausprobieren konnten. Zu diesem Zweck wurden 47 kleine Teams aus fünf bis sechs Kindern gebildet, was uns nicht nur die Arbeit mit der großen Anzahl an Kindern erleichterte sondern auch zu einem spannenden Konkurrenzkampf unter den Teams führte.

Als letzte Station auf der Februarrundfahrt des Bibliotheksbusses stand dann noch die Haltestelle Kafr Ashry in Alexandria auf dem Fahrplan. Dort wurde zuerst ein kleiner Malwettbewerb durchgeführt, bei dem jede Mannschaft gemeinsam auf einem Blatt Papier möglichst viele Felder mit möglichst vielen verschiedenen Farben ausmalen sollte. Mit weiteren Gruppenspielen endete schließlich diese erste Fahrt des Bibliotheksbusses im Jahr 2018.

Haytham Shokry
Märchenerzähler, Projektleiter des Transformationsprojekts „Bibliotheksbus“

Übersetzung: Andreas Bünger

Copyright: Goethe-Institut Kairo
März 2018

     

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