Alaa Khaled
(Ägypten)
Alaa Khaleds Werk beschäftigt sich mit dem Übergang vom Erlebnis zur Erinnerung. Der Leser begegnet hier einer Prosadichtung, die sich als autobiographische Erzählung und poetische Wortkomposition zugleich versteht. Während das Autobiographische in seinem Werk einen Pakt mit dem Leser schließt, löst das Poetische diesen Vertrag auf und verführt den Leser, sich als Zuhörer dem Wortklang hinzugeben.
Geboren 1960 in Alexandria, führte sein Weg zunächst in die naturwissenschaftliche Richtung. Nach dem Studium der Biochemie an der Universität in Alexandria, schlug er in den 80er Jahren eine schriftstellerische Laufbahn ein. Im Widerstreit zwischen kultureller Geborgenheit und Entfremdung entfaltet Alaa Khaled seine Kritik an der eigenen Gesellschaft, in der Hoffnung, so an einer neuen kulturellen Heimat mitzuarbeiten. Mit „Amkenah – Orte“ gründete er ein Kulturmagazin, das sich nicht nur durch seine unkonventionellen Beiträge, sondern auch durch seine enge Verbindung zwischen Text und Fotografie als eine Ausnahmezeitschrift zu erkennen gibt.
Bekannt wurde der Autor durch seinen ersten Diwan Der Körper hängt am Willen der Tinte 1990. In dieser groß angelegten Prosa-Dichtung berichtet der Autor von Erfahrungen seiner Kindheit. Mit besonderer Sensibilität weiß er Lebenskrisen als Momente der Ver- und Entwurzelung auszuleuchten und zu einem Bild zu verknüpfen, das den Weg in die persönliche Unabhängigkeit veranschaulicht.
Unter den bisher erschienen Prosawerken ist besonders Linien der Schwäche hervorzuheben. In dieser Erzählung stellt Alaa Khaled autobiographische Elemente mit historischen Momenten der Oase Siwa in einen Zusammenhang. Aus der Gegenüberstellung von persönlichem und kulturellem Gedächtnis entwickelt sich ein Dialog zwischen dem Dichter und der Zeit.






