Faraj al-Arabi
Balkon
Übersetzt von Imke Ahlf-Wien
He, Mädchen …
Die Frage gilt dir
Ich habe es satt
Habe meinen Schmerz satt, habe es satt, nach dir zu suchen, habe dir geschrieben, aber meinen Durst nicht gelöscht. Vielleicht
bist du zu beschäftigt mit dem Jetzt, das uns zueinander führt, selbst wenn wir etwas anderes vorgeben.
Du bist eine Frau, geschaffen aus einer schwierigen Frage
Ich bin ein Mann, der das Leben sehr liebt
Vielleicht treffen wir uns, vielleicht auch nicht
Trotzdem dauert das Leben an, ob der Tod bevorsteht oder der Abend, der uns zueinander führt
Es wird reichen zu schreiben, ich erwarte keine Antwort
Ich weiß, dass das Leben verdient, gelebt zu werden, selbst wenn es bitter ist
Ich weiß, dass wir verschieden sind und behaupten, die Worte, in der Stille gesprochen, würden uns vereinen
Ich habe es satt …
Ich wünsche mir die Weite, die mich dorthin führt, wo ich entflammt werde, wo ich ruhig und still und zufrieden mit mir werde … die Weite, die mich zu mir selbst führt. Ich möchte leise ein Wort sagen, bis sie mich nicht mehr hören und mich überlisten, bis mich die Freunde nicht mehr hören und mich arglos verleumden. Die Einfachheit der Frage, die „du“ ist
Die Einfachheit des Wassers, wenn es in der glühenden Hitze des Tages zu unseren kalten Körpern passt …
Die Einfachheit des Lebens, das wir wollten oder das wir sehen, ohne zu viel zu schreiben oder noch mehr zu schwatzen.
He, Mädchen, das ich nicht meine oder dessen Namen ich nicht ausspreche, aus Angst, manche Frau könnte vermuten, dass ich sie im Sinn habe, wenn ich sie tatsächlich im Sinn habe, denn die Frau, die ich meine, ist wie ein verträumtes Mädchen, das mit mir im Mikrobus gefahren ist, wir wollten ein Gedicht schreiben und taten es dann doch nicht.
Es ähnelt einer gefährlichen Frau, die mich mit dem Auto aus der Stadt hinausfuhr.
Und einer Frau, die sehnsüchtig am Bahnhof auf mich wartete, während ich kaltblütig zu spät kam.
Einer Frau, die mich durcheinander brachte und sich dann von mir entfremdete. Einer Frau, die im Fahrstuhl mit mir flirtete, aber keine Liebesgeschichte mit mir begann, wie in ägyptischen Filmen.
Eine Frau, die mich mit einer anderen ertappte, als sie an meine Zimmertür klopfte, sodass ich beide wegen meines Leichtsinns verlor.
Eine Frau, die mich aus tiefstem Herzen liebte, aber die ich mit mir selbst betrog.
Eine Frau, die sich für mich schön machte, während ich dachte, es sei für einen anderen.
Eine Frau, nach der ich mich sehnte, aber die mir die Tür vor der Nase zuschlug.
Eine Frau, von der ich dachte, sie sei mir ähnlich, aber es war die Katastrophe.
Die Katastrophe war, dass ich mit hörbarer Stimme „ich selbst“ sagte und damit den Verrätern erlaubte, mir den Stoß zu versetzen.
So saß das Mädchen, dem ich schreibe, nicht neben mir und formte meine Frucht und entflammte mich, als ich sie brauchte. Das Mädchen, das ich meine, gleicht allen Frauen, es ist für mich das höchste Gut. Dieses Mädchen erstürmt mich, als sei ich ein unberührter Knabe … so bist du, Mädchen – die Frage gilt dir.






