Noura al-Ghamidi
„Um Mitternacht des 16. Februar 2000 entdeckte ich nach einem kurzen Schlaf, der von einem Alptraum getrübt war ... dass „Fidda“ ein Schatten von einem Leben an einem entfernten Ort vor langer Zeit war....“ Keineswegs das Normale und Banale findet der Leser in dem literarischen Werk von Noura al-Ghamidi. In symbolischen Bilderwelten, deren Sprache den Träumen verwandt und den Mythen abgelauscht ist, dringt die Autorin tief in das kulturell-religiöse Gedächtnis ihrer Gesellschaft ein. Selbstbewusst ergründet sie den Hintergrund unseres heutigen Selbstverständnisses. Sie gelangt dabei zu einem engagierten Nachdenken über unsere Zeit.
Noura al-Ghamidi wurde 1969 in Bisha in Saudi-Arabien geboren. 1998 hat sie das Bakkalaureat für Arabisch an der Pädagogischen Fakultät für Mädchen in der Provinz Bisha erworben. Zur Zeit schreibt sie ihre Magisterarbeit im Studiengang Bildungsmanagement an der Amman-Universität in Jordanien. Daneben ist sie als Journalistin für verschiedene arabische Zeitungen tätig.
Mit ihrem Debütroman Die Ausrichtung des Kompasses wurde Noura al-Ghamidi bekannt. Splitter von Mythen und Epen durchziehen dieses dichte Werk voller Anspielungen, in dem sie mit einem dramaturgischen Gestaltungswillen das Altbekannte oder längst Vergessene zeitgemäß interpretiert. Phantasievoll und kenntnisreich verwebt sie die unterschiedlichen literarischen und religiösen Stoffe zu einer engagierten Literatur, die Mut zur Transparenz beweist: Durch ihre Texte erlaubt sie dem Leser einen tiefen Einblick in die intimen Bedürfnisse und Nöte ihrer Heldinnen.
- 2000 Preis des Abha-Kulturclubs für die beste Kurzgeschichte.







