Hosni Hassan
(Ägypten)
In seinem literarischen Werk interessiert sich Hosni Hassan für komplexe menschliche Beziehungsmuster. Dabei wirft er einen unkonventionellen Blick auf die Wirklichkeit hinter der Leinwand gesellschaftlicher Normen. Sein Werk benennt die Konsequenz von verlorenem Nationalstolz und überkommenen Heldenbildern und richtet stattdessen den Fokus auf menschliche Werte wie Freiheit und Liebe.
Hosni Hassan wurde 1962 in Tanta, Ägypten, geboren. Er wuchs in einer Familie der ägyptischen Mittelschicht auf. Während seines Studiums schloss er sich der linksgerichteten Studentenbewegung der Cairo University an. Nachdem er 1984 das Studium der Publizistik erfolgreich absolviert hatte, arbeitete er als Journalist in verschiedenen oppositionellen Zeitungen. Um sich ganz dem literarischen Schreiben zu widmen, entschied er sich gegen eine journalistische Laufbahn und ließ sich dauerhaft in Alexandria nieder. Zunächst verfasste er die literaturkritische Abhandlung Die Gewissheit des Schreibens, stellte sich dann aber der Herausforderung, sich selbst als Romanautor zu betätigen.
Bekannt wurde Hosni Hassan durch seinen ersten Roman: Ein anderer Name für den Schatten. Von der Kritik enthusiastisch gefeiert, spricht dieser Roman für eine ganze Generation, die sich mit der überkommenen Moral und Tradition nicht mehr identifizieren kann. Ein anderer Name für den Schatten beschreibt den „Schattenmenschen“, wie Hosni Hassan ihn nennt, mit all seinen Schmerzen, Ängsten, Leidenschaften und Hoffnungen. Er widmet ihm eine Aufmerksamkeit, wie sie zumeist nur dem „Sonnenmenschen“ zuteil wird.
1997 erschien die bereits erwähnte literaturkritische Abhandlung Die Gewissheit des Schreibens, in der Hosni Hassan sich dem Werk Edward al-Kharrats literarisch und soziologisch nähert. Sein zweiter Roman Die Schlafwandler beschreibt die Verwirrung einer jungen rebellischen Generation zwischen altem Zwang und neuer Freiheit. Ihr hehrer Traum, die Welt zu verändern, wird von der sich ausbreitenden Konsumgesellschaft, der sich auch die „jungen Wilden“ kaum entziehen können, zunichte gemacht.
- 1996 Bester Roman des Jahres für Ein anderer Name für den Schatten von der Literaturzeitschrift „Akhbār al-adab“.
- 2000 Wā’il-Rağab-Preis der Zeitung al-Ahrām für den Roman Die Schlafwandler






