Iman Mersal
(Ägypten)
Iman Mersal überschreitet mit ihrem poetischen Werk die Grenzen von Zeit und Raum. Durch ungewöhnliche Perspektiven gelingt es ihr, eine allgemeingültige Wirklichkeit in Frage zu stellen. Eine zentrale Rolle spielen hierbei Erfahrungen des Alltags, des eigenen Körpers und die Auseinandersetzung mit dem Sterben. Diese Schlüsselbegriffe verleihen Iman Mersals Dichtung einen unverwechselbar persönlichen Charakter.
Iman Mersal wurde 1966 in Ägypten, in Mit-‘Adlan, einem kleinem Dorf im Nildelta, geboren. Von 1985 bis 1992 arbeitete sie als Mitherausgeberin der unabhängigen feministischen Zeitschrift „Bint al-ard“ (Tochter der Erde). Von 1988 bis 1998 lebte sie in Kairo und veröffentlichte verschiedene Gedichte in Literaturzeitschriften wie beispielsweise „al-Garād“ (Die Heuschrecke) und „al-Kitāba al-ukhrā“ (Das andere Schreiben). 1998 erhielt sie für ihre Studie über die Intertextualität zwischen dem Sufismus und dem Werk des syrischen Dichters Adonis den „Master Degree“ von der Cairo University. Sie unterrichtet seit 1999 Arabisch und Arabische Literatur an der Universität in Alberta. Sie hat ihren ersten Roman vollendet und arbeitet seit 2002 an ihrer Doktorarbeit mit dem Thema „Das Bild Amerikas in der arabischen Reiseliteratur“ an der Cairo University.
Wurde Iman Mersals erstes Werk von arabischen Kritikern wie Edward Kharrat mit Enthusiasmus empfangen, so sind aus ihrem zweiten Gedichtband Ein dunkler Gang eignet sich, um tanzen zu lernen nun auch zahlreiche Gedichte in verschiedene europäische Sprachen übersetzt worden. Deutsche Übersetzungen von Iman Mirsals Gedichten finden sich in den Anthologien Die Farbe der Ferne: Moderne arabische Dichtung und Zwischen Zauber und Zeichen: Moderne arabische Lyrik von 1945 bis heute.
Ihr dritter Band Gehen, so lange wie möglich erzählt von persönlichen Erfahrungen, berührt gleichzeitig aber auch politische Dimensionen wie beispielsweise die Spannungen zwischen westlichen und nahöstlichen Gesellschaftskonzepten. Verantwortlich für Iman Mersals großen Erfolg in den arabischen Ländern und dem Westen ist insbesondere die kompromisslose Darstellung eines sehr weiblichen Erlebens, aber auch ein mutiges Sich-Ergeben in das Gefühl der Hoffnungslosigkeit.
- Ihr Lyrikband Ein dunkler Gang eignet sich, um tanzen zu lernen wurde von einer großen Anzahl arabischer Literaturzeitschriften als Die beste Gedichtsammlung 1995 ausgewählt.
- 1999 cAbd-al-Muhsin Tāhā Badr-Preis für die beste MA-Studie an der Akademie der Künste der Cairo University






