Ahmed Abu Khnager

(Ägypten)
Drei Wege stehen dem volkstümlichen Helden einer traditionellen ägyptischen Erzählung offen: Der sichere Weg, der des Bereuens oder der ohne Wiederkehr. Ahmed Abu Khnager sieht sich als Autor selbst vor eine solche Entscheidung gestellt. Mit dem Schreiben hat er sich für den dritten, bedingungslosen Weg entschieden, für eine Entdeckungsreise ins Ungewisse.
Ahmed Abu Khnager wurde 1967 in einem kleinen Dorf in der Provinz Assuan geboren, in dem er seine Kindheit verbrachte. Während er als Schriftsteller auf der einen Seite durch die Mythen der Landbevölkerung geprägt wurde, so beeinflusste ihn auf der anderen Seite maßgeblich die reichbestückte Bibliothek seines Vaters. Später erwarb er sich durch das Studium der Mathematik das methodische Rüstzeug, um seine existenziellen Zweifel präzise zu formulieren.
Sein jüngster Roman Der Zauber der Wüste thematisiert die Unsterblichkeit, die in einer Oase der Glückseligkeit sinnlich erfahrbar wird. Der Held jedoch, den das Schicksal an diesen wundersamen Ort geführt hat, fühlt sich alsbald gelangweilt und verlässt das Paradies, um sich der Vergänglichkeit des Lebens hinzugeben. Ahmed Abu Khnager experimentiert in diesem Roman mit unterschiedlichen Erzählformen, die der Magie, aber auch dem Leben in all seiner Rätselhaftigkeit einen passenden Rahmen bieten.
Neben Erzählungen und Romanen verfasst der Autor auch Theaterstücke. Sein wissenschaftliches Interesse gilt der südägyptischen Volksdichtung und -erzählung, sowie dem geheimen Wissen ländlicher Derwische. Neben einem akademischen Wissen schätzt er dabei die Erfahrung der „einfachen Leute“ als gleichwertige Quelle menschlicher Erkenntnis. Um in diese Vorstellungswelt einzudringen und sie dem Leser zugänglich zu machen, hat sich Ahmed Abu Khnager intensiv mit dem traditionellen Kulturerbe auseinandergesetzt.
- 1994 Akhbār-al-Adab-Preis für die Kurzgeschichte Die Verlockungen des schönen Bösen
- 1998 al-Hai’a al-cĀmma li-Qusūr ath-Thaqāfa al-Markazīya-Preis für die Kurzgeschichte Bogenstriche über die Saiten der Rabab
- 1999 Mu’assasat Iqra’ li-th-Thaqāfa-Preis für die Geschichte „Kante des Palmenblattes“
- 2001 al-Hai’a al-cĀmma li-Qusūr ath-Thaqāfa al-Markazīya-Preis für sein Theaterstück Yasin
- 2003 Ägyptischer Förder-Preis für den Roman Das Dorf der dürren, hässlichen Hexen






