Mihoub, Mohammed Ait

Mohammed Ait Mihoub

(Tunesien)

Der tunesische Autor Mohammed Ait MihoubMohammad Ait Mihoub spürt in seinem Werk die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen subjektiver Wahrnehmung und gesellschaftlicher Realität auf. Sein Roman, ein Skizzenbuch verschiedener Situationen, ermöglicht dem Leser zugleich eine Innenschau unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten.

Der Autor wurde 1968 im nordtunesischen Benzart geboren. Er studierte in Tunis Linguistik und arabische Literatur, arbeitete als Lehrer an mehreren Gymnasien und wurde schließlich als Dozent für Literaturwissenschaft an die Universität von Sousse berufen. Als Kind begeisterte er sich für die Erzählungen seines Großvaters, der ihm die Geschichten von Tausendundeine Nacht nahe brachte. Diese weckten in ihm das Interesse an der klassischen arabischen Literatur sowie an der arabischen Reiseliteratur.

Später entdeckte er das existentialistische Werk „Der Fremde“ von Albert Camus für sich und damit auch die westliche Literatur. „Vielleicht weil es mein erster Roman war oder weil dieser Roman, obwohl er einen begrenzten Umfang hat, das Wichtigste, was ich in der darauffolgenden Lektüre gefunden habe, vereinigt, nämlich die Existenz und die Gesellschaft zu hinterfragen, den Kampf mit der Macht des Schreibens und eine Auseinandersetzung mit der Form der realistischen Erzählung.“ 1993 erschien sein erster Erzählband Die Rosen und die Asche.

Hier realisiert er seine Vorstellung von „Moderner Arabischer Literatur“ als einer Vereinigung des traditionellen Erbes mit den Impulsen der westlichen Moderne. Diese literarische Moderne ist für Ait Mihoub „das ständige Bemühen, einen Erzähltext zu schaffen, der sich nicht an dem Herrschenden aufhält, sondern bestrebt ist, die weite Welt zu umarmen und im Moment des Schreibens die Existenz festzuhalten, so dass im Roman die Welt in ihrer Vielfalt, ihren Verquickungen und Widersprüchen wiedergegeben wird.“

In seinen Werken setzt er neben einer analytischen Erzähltechnik auch einen Weichzeichner ein, der seinen Texten eine bewusste Unschärfe verleiht. Mit diesem Stilmittel vermag er die zwei großen Themen seines Werks, nämlich die Probleme zwischenmenschlicher Kommunikation und die Neuorientierung durch Wertewandel wirkungsvoll in Szene zu setzen.

 

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