Husain al-Mizdawi
(Libyen)
Aus der Kleinstadt Mizda, 200 Kilometer südwestlich von Tripolis, stammt Husain al-Mizdawi. Dieser Stadt, nach der er seinen Künstlernamen gewählt hat, ist er bis heute treu geblieben und hat sie zu seinem „global village“ gemacht. Dabei sind seine Tier- und Dorfgeschichten keinesfalls provinziell, sondern parodieren mit Tiefsinn und Witz sowohl die ländliche als auch die städtische Gesellschaft. Einige seiner Geschichten weisen fabelartige Züge auf, die wie bei „Kalīla wa-Dimna“ oder „La Fontaine“ das Lokalkolorit übersteigen, um allgemeine menschliche Fragen zu behandeln.
Husain al-Mizdawi wurde 1960 in Mizda geboren. Er studierte arabische Literatur und Politikwissenschaften in Tripolis und arbeitete im Auswärtigen Dienst unter anderem in Kuwait, Saudi-Arabien und Sudan. Nebenher schreibt er für verschiedene arabische und englische Zeitungen und Zeitschriften.
Obwohl al-Mizdawi als Diplomat in der ganzen arabischen Welt zuhause ist, konzentriert er sich mit seinen kulturellen Aktivitäten auf seine Heimatstadt: Er gründete dort das Zentrum „Mizda der Tradition“, das mit seinen Projekten ganz Libyen erreicht. So kann sein Werk auch als Beitrag zu einer kulturellen urbanen Dezentralisierung verstanden werden.






