Mofleh al-Adwan
(Jordanien)
Mofleh al-Adwan verwebt in seinen Texten Menschheitsmythen von Völkern und Religionen, um sich den Grundmustern einer kollektiven Erinnerung anzunähern. Für ihn wurzeln die verschiedenartigen Ausprägungen menschlicher Kultur in gemeinsamen archetypischen Vorstellungen, die er in seinem literarischen Werk freilegt.
Geboren ist Mofleh Adwan 1966 als eines von sieben Kindern in Zarqa’. Sein Vater arbeitete in der Landwirtschaft, später in einer Stahlfabrik und in einer Phosphatmine. Auf diese Weise verbrachte Mofleh al-Adwan seine Kindheit zunächst auf dem Land und kam dann in die Hauptstadt Amman. 1990 erwarb er an der Jordanischen Universität das Diplom als Chemieingenieur. Bereits während seiner Studienzeit schrieb er Kurzgeschichten und bereitete auch seinen ersten Erzählband Die Mühle vor.
Während Die Mühle von der arabischen Literaturkritik wohlwollend aufgenommen wurde, geriet sein dritter Erzählband Der Tod Asraels in das Kreuzfeuer der Kritik. Dieses Werk, das die Behörden entgegen der literarischen Absicht des Autors als ein religiöses Werk einstuften, rief bei breiten Schichten der Bevölkerung wie auch bei Religionsgelehrten heftige Diskussionen hervor. Mit einem Jahr Verzögerung erschien Der Tod Asraels schließlich 2000 in Beirut.
Neben vier Erzählbänden ist Mofleh al-Adwan auch Verfasser eines Theaterstücks mit dem Titel Vorabende eines Traumes, welches beim Schardscha-Wettbewerb 2001 in den Vereinigten Arabischen Emiraten als drittbestes Theaterstück ausgezeichnet wurde. Im gleichen Jahr nahm er an dem Unesco-Schreibwettbewerb in Frankreich teil, wofür er ein einmonatiges Stipendium in Paris erhielt. Weitere Preise sind:
- 1995 Mahmūd-Taimūr-Auszeichnung für die beste arabische Kurzgeschichte von al-Mağlis al-Aclā li-th-Thaqāfa in Ägypten für den Erzählband Die Mühle
- 1997 Silbermedaille von Radio- und TV-Festival Kairo für seine Fernsehsendung „Nuqūsh al-lail“
- 1999 Würdigung im Rahmen des Festivals ar-Ruwwād durch die Arabische Liga






