Nassera Belloula
(Algerien)
Bei Nassera Belloula wird der Roman zum Ausdrucksmittel des täglichen Leidens, das die Bevölkerung in Algerien durch den Terror ertragen muss. Sie gehört zu der neuen Generation von RomanautorInnen, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen und gegen die offizielle Ideologie anschreiben. Die Autorin ist über ihre literarischen Aktivitäten hinaus Mitglied der Nationalen Kommission für die Wahrung der Menschenrechte in Algerien.
Nassera Belloula wurde am 13. Februar 1961 in Batna, der Hauptstadt des Aurès, als Tochter berberischer Eltern geboren. Bereits im Alter von vierzehn Jahren entdeckte sie die Gedichte des französischen Dichters Rimbaud, „Eine Zeit in der Hölle“, durch die sie ihre Faszination für die Poesie entdeckte. 1982 absolvierte sie die Nationale Kaderschule. 1993 wandte sie sich der journalistischen Arbeit für die Zeitung „Le Soir d'Algérie“ zu und wechselte später zur Tageszeitung „Le Matin“. Von 1998 an arbeitete sie für die Zeitung „La Nouvelle République“, die sie später verließ, um bei der Tageszeitung „Liberté“ zu arbeiten.
Nassera Belloula legte 2003 ihren ersten Roman Mays Rache vor. Der Romans spielt im vom Terror zerrissenen Algerien und erzählt die Geschichte eines alten Mannes, der Straßenkinder vor ihrer gewalttätigen Umwelt beschützt. Da er selbst auf der Straße aufgewachsen ist, nimmt er persönlich an dem Schicksal seiner Schützlinge teil, das ihn mit der Trauer und Verzweiflung seiner eigenen Kindheit konfrontiert.
Zu den Werken der Autorin Nassera Belloula zählt außerdem der autobiographische Roman Die Rebellin. In lyrischem Ton erzählt er von ihrer glücklichen Kindheit zwischen Algier und Batna und beschreibt, wie die Lage in Algerien eskaliert und somit ihr Leben unwiderruflich verändert. Neben Prosa veröffentlichte Nassera Belloula auch den Gedichtband Die Sonnentore, sowie eine Studie zur Gewalt: Algerien: Die Unterwerfung der Armen.






