Ameer, Rasha al-

Rasha al-Ameer

(Libanon)

Ein turbantragender Scheich und eine emanzipierte Frau: Eine Liebesbeziehung die alle Aspekte des arabischen Lebens berührt. Der Jüngste Tag von Rasha al-Ameer weist über die Grenzen von Religion, Politik, Sexualität und vor allem der Liebe hinaus.

Rasha al-Ameer wurde in einem Vorort Beiruts in einer Familie geboren, für die Toleranz nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, sondern Alltag bedeutet: Ihre Eltern sind sowohl verschiedener Staatsangehörigkeit sowie auch verschiedener Religion. Als der Bürgerkrieg ausbrach, emigrierte Rasha al-Ameer nach Frankreich, wo sie ihr Abitur machte und anschließend Philosophie und Geschichte studierte. In Paris arbeitete sie später dann als Kulturjournalistin für die Zeitschriften „an-Nahār al-carabī wa-d-daulī“ und „al-Watan al-carabī“ in Paris. Nach dem Ende des Krieges kehrte die Autorin nach Beirut zurück und leitete zusammen mit ihrem Bruder Dār al-Ğadīd, einen für die arabische Literaturszene richtungweisenden Verlag.

Der Roman Der Jüngste Tag löste bei seinem Erscheinen unterschiedliche Reaktionen aus. Aufgrund seines provokanten Titels Der Jüngste Tag lehnte die Kritik ihn größtenteils ab, während das Lesepublikum ihn diskussionsbereit aufnahm. Ein turbantragender Scheich und eine emanzipierte Frau... Diese Geschichte einer großen Liebe wird aus der Perspektive des Scheichs erzählt, dessen Welt in zwei Büchern besteht: dem Koran und dem Diwan von Abū t-Tayyib al-Mutanabbī. Ein geordneter Kosmos, wäre da nicht seine Frau, gebildet und frei, die Wirbel in seine Welt bringt...

Rasha al-Ameer ist es zu verdanken, dass der größte Teil der Werke des Sprach- und Rechtsgelehrten Scheich Abdallah Alayli, gestorben 1996, wieder erhältlich ist. Außerdem beteiligte sie sich an der Produktion eines Dokumentarfilmes über das Massaker von Sabra und Schatila. Derzeit arbeitet sie als Beraterin in einem Projekt zur die Digitalisierung arabischer Literatur.

 

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