Gitano Gemis, Stella

Stella Gitano Gemis

(Sudan)

Schauplatz Südsudan: Bewusst zeichnet Stella Gitano ein teils grellfarbenes, teils naives Bild vom Leben im südlichen Teil ihres Landes. Geprägt durch ethnische und religiöse Vielfalt, leidet es seit 1955 fast ohne Unterbrechung unter einem unerbittlichen Bürgerkrieg, der einen Migrantenstrom in Richtung der Hauptstadt Khartoum auslöste. Die Literatur von Gitano reflektiert die Misere auf dem Land und in den Vorstädten.

Stella Gaetano wurde 1978 in Khartoum geboren und wuchs in einer einfachen, zum großen Teil analphabetischen Familie auf. Sie ist die einzige, die eine höhere Schulbildung erhielt und an die Universität ging, um Pharmazie zu studieren. Ihr persönliches Interesse gilt jedoch der Literatur. Im Jahr 2003 schloss sie sich einer politischen Gruppierung an. Ihre Forderung lautet: "Eine Nation für uns alle!" Eine mögliche Lösung des sudanesischen Problems sieht sie darin, die Dialektik von Zentrum und Peripherie zu analysieren. Insbesondere weist sie auf die absolute Notwendigkeit einer gleichmäßigeren Verteilung der materiellen Güter hin.

Bekannt wurde die Autorin durch das Buch Neue Wege, das die Sudanesische Gesellschaft für Literarische Erzählung publiziert hat, und an dem viele junge Autoren mitgewirkt haben. Zu den bekanntesten Erzählungen der Autorin gehört Ein See von der Größe einer Papaya. Die Geschichte handelt von der vertrauten Beziehung zwischen einer Großmutter und ihrer Enkelin, für die sie seit dem Tod ihres Sohnes sorgt. Die Autorin greift zum Schluss der Geschichte einen südsudanesischen Glauben auf, nachdem ein Mensch nicht stirbt, sondern direkt in ein zweites Leben übergeht.

Zu den weiteren Arbeiten der Autorin gehört Alles hier wird teurer. In dieser Geschichte wird das Leiden der Zuwanderer an den Rändern der Stadt erzählt. Sie sehen sich mit einer Wirklichkeit konfrontiert, die sie kulturell und politisch ausschließt. Die zentralen Figuren dieser Erzählung sind Frauen, die besonders den Übergriffen verschiedenster Seiten der sudanesischen Gesellschaft ausgesetzt sind.

 

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