Shibli, Adania

Adania Shibli

(Palästina)

Literatur als Invent/ur: Momente des palästinensischen Alltags schnürt Adania Shibli zu einem losen Romanpaket. Die Autorin verabschiedet sich vom großangelegten Handlungsbogen und er/findet aus dem Detail heraus neue Sichtweisen auf die Welt. Dass Kleinigkeiten nicht banal sind, beweist eindringlich ihre literarische Inventur der palästinensischen Befindlichkeit:

„Es ist unwichtig, wie arglos dieses Empfinden erscheint, aber der Tag kommt, an dem unsereiner die gleitenden Bewegungen der Wolken am Himmel und die Freiheit der Vögel, von einem Ort zum anderen ziehen zu können, beneidet.“

 Adnia Shibli wurde 1974 in dem kleinen Dorf Arab Al Shibli in Galilea geboren. An der hebräischen Universität in Jerusalem schloss sie 2001 ihr Studium mit einer Magisterarbeit über „Das Verhältnis des Diskurses zur Macht und deren Rückwirkung auf die Medienberichterstattung über die Ermordung palästinensischer Kinder durch israelische Soldaten“ ab. Zur Zeit promoviert sie an der University of East London mit dem Thema „Terrorismus und diverse Diskursarten“.

Bereits ihre ersten literarischen Veröffentlichungen erregten die Aufmerksamkeit großer Literaten. So lud sie zum Beispiel der Lyriker Mahmud Darwisch ein, bei seiner Literaturzeitschrift „Der Karmel“ mitzuwirken. Mit Fühlungen erschien 2002 ihr erster Roman, der seit 2004 bei „Actes Sud“ in französischer Übersetzung vorliegt.

Trotz ihres Erzählbandes und ihrer zwei Romane lässt sich Adania Shibli nicht einer bestimmten literarischer Strömung zuordnen. Das würde auch ihrem Naturell widersprechen, da sie, wie sie über sich selbst sagt, vom Lesen besessen ist. Immer wieder führt diese Leidenschaft sie auf ein neues Terrain und inspiriert sie, auf unterschiedliche Arten das weite Feld israelisch-palästinensischer Auseinandersetzung zu bearbeiten.

  • Sie erhielt zwei Mal den cAbd-al-Muhsin Qattān Preis für junge Schriftsteller.

 

 Andere Autoren aus Palästina