Shuaib, Alia Mohammed

Alia Mohammed Shuaib

(Kuwait)

Die Malerin, Wissenschaftlerin und Journalistin Alia Shuaib interessiert sich in ihrem literarischen Werk für die verschiedenen zwischenmenschlichen (Liebes-) Beziehungen. Sie verzichtet dabei auf ein breitangelegtes Gesellschaftsgemälde, sondern taucht tief in die Gefühlswelt ihrer Figuren ein. In einer assoziationsreichen Sprache schildert sie die Konflikte und Widersprüche der Gesellschaft, die sich oft in „schiefen“ Bildern ausdrücken: Der Leser rutscht hier in die Widersprüchlichkeit des Alltags und muss den rationalen Leseakt zugunsten eines emotionalen Lesestroms aufgeben. Dieser erlaubt ihm eine Tuchfühlung mit den Bedrängnissen des Alltags.

Alia Mohammed Shuaib wurde 1964 in Kuwait geboren. Sie studierte an der Kuwaiti University Literatur und promovierte in Großbritannien an der University of Birmingham über Frauen im Islam.

In ihren zwei Erzählbänden Eine Frau heiratet das Meer und Ohne Gesicht brach Alia Shuaib bereits das Schweigen über persönliche Angelegenheiten und gesellschaftliche Missstände. Durch ihren Gedichtband Spinnen beklagen eine Wunde erlangte sie dann unerfreuliche Bekanntheit. Angeklagt wegen Blasphemie wurde sie im Jahre 2000 zu einer Geldstrafe verurteilt. Als Reaktion daraufhin zog sie unter anderem ihr Buch über Prostituierte und Lesbierinnen in Kuwait zurück.

Auf die ihr sehr eigene (Schreib-) Weise wird Alia Shuaib, wie sie versichert, ihren eingeschlagenen Weg weiterverfolgen.