Ramadan Farid
(Bahrain)
Die beiden Lichter, die durch die Liebe Adams und Evas auf die Erde gelangt sind...
Ramadans neuester Roman „Barzakh“ : Zwischenraum, ein Stern auf der Fahrt erschien 2000 in Beirut. Der Titel weist bewusst auf das Vokabular arabischer Mystiker hin: „Barzakh“ stellt, Ibn cArabī zufolge, die Unterscheidung zweier Bereiche dar: die Welt göttlicher Einheit und die Welt der Schöpfung (cālam al-wahda und cālam al-kathra). Zwischen diesen beiden Dimensionen steht der vollkommene Mensch (insān kāmil). „Barzakh“ : Zwischenraum, ein Stern auf der Fahrt greift diese Struktur auf. Ausgehend vom Prinzip permanenter Disharmonie und sich unentwegt vermischender Gegensätze, stellt dieser Roman die Überlagerung zweier Welten dar: eine Wanderung zwischen Traum und Wirklichkeit.
Erzählt wird die Geschichte eines 13 jährigen Mädchens, der Tochter Saras, des Totengräbers, der seine Tochter nie angenommen hat. In der Armut seines bescheidenen Berufes bedauert er, dass sie nicht als Junge geboren wurde. In Traumvisionen erhellt der Autor die Psyche dieses Mädchens. Bei dem Versuch ihre Angstzustände zu bekämpfen, wird sie immer wieder vom Anblick der toten Körper auf dem Friedhof erschreckt und ist von Furcht wie gelähmt. Aus der Sicht des Mädchens erfährt der Leser die Lebensgeschichte des Vaters.
Zum Schluss wendet sich der Roman: Gott sendet den Todesengel, der alles Leben vernichten soll. Als dieser schließlich selbst von Gott getötet wird, bleibt nur noch eine Frage: Ist alles Leben auf der Welt vernichtet?






