Oqaily, Jafar al-

Jafar al-Oqaily

(Jordanien)

Der jordanische Autor Jafar al-Oqaily„Ich kann nicht die Existenz eines geheimen Bandes leugnen, welches mich mit den Helden meiner Erzählungen verbindet... Meine Helden sind wirklich und stehen keineswegs nur auf dem Papier. Ebenso wie ich vermögen sie zu leben. Das Gemeinsame ist, dass sie auf ständiger Flucht vor einer schmerzvollen Realität sind, die sie aber ertragen müssen.“

Geboren ist Jafar al-Oqaily 1974 in Balila in der jordanischen Provinz Jerash. Er studierte Chemie an der Yarmouk-Universität in Irbid, arbeitete anschließend als Journalist in der Tageszeitung „ar-Ra’y“ (Die Meinung).

Mit seiner 1995 veröffentlichten Gedichtsammlung Rituale für das Feuer und andere Rituale für die Asche zeichnete er sich als einer der wichtigsten Dichter seiner Generation aus. Jafar al-Oqaily setzt sich in diesen Gedichten mit dem Freiheitsbegriff auseinander, wie er im Zuge des Demokratisierungsprozesses in Jordanien Ende der neunziger Jahre diskutiert wurde.

In seinem Erzählband Unsympathische Gäste thematisiert Jafar al-Oqaily die Ratlosigkeit des modernen Menschen durch den Zusammenbruch des gewohnten Wertesystemes. Er konzentriert sich dabei auf Phänomene wie Selbstentfremdung und gesellschaftliche Isolation und verfolgt die unterschiedlichen Reaktionen auf eine hoch- und übertechnisierte Gegenwart. Führt diese schnelle neue Welt zu einem Verlust an Menschlichkeit und Wahrheit? Diese Bedenken führen Jafar al-Oqaily in seinem Erzählband zur individuellen Frage nach dem Sinn des Lebens.

Jafar al-Oqaily beherrscht ein breites Ausdrucksspektrum über Lyrik und Prosa bis hin zum journalistischen Text. Er nahm an verschiedenen Kulturfestivals teil und wurde 2003-2005 zum Mitglied des Verwaltungsrates der Jordanischen Autorenvereinigung gewählt.

 

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